Eine Trillion Mark fünfzig, bitte!

Es tut mir ja auch leid, nach dem letzten Artikel mit Bezug zu Nazis jetzt schon wieder einen Artikel mit einem Bezug zu Nazis zu schreiben, aber es nützt ja nichts….

Da ich als Erklärbär für den Alltag in Taiwan zwecks viel zu geringer Frustrationstoleranzgrenze nicht mehr tauge und ich so gut wie möglich die Finger von der Politik lasse, bleiben mir halt nur die skurilen Themen, ohne die Taiwan nun mal nicht Taiwan wäre.

Primär soll es hier um eine Sammlung von Informationen gehen, weil Facebook in der Hinsicht ehrlich gesagt ein Saftladen ist. Zu beachten ist auch, dass ich in dieser Sache nur ein Beobachter bin und sämtliche Informationen aus den unten verlinkten Quellen beziehe. Das hier ist und soll auf keinen Fall eine offizielle Stellungnahme sein!

Vor eineinhalb Wochen (6.April) tauchte in der wunderbaren Facebook Gruppe „Deutsche in Taiwan“ dieser Beitrag über zwei Taiwaner auf, die vor dem Taipei 101 mit Schildern Reparationen für im 1. Weltkrieg erlittene Leiden von Deutschland verlangen.

Ein Update dann letzte Woche (12. April) und ganz aktuell von heute (17. April) ein weiteres Update, mit dem wir dann auch den Nazibezug hergestellt hätten.

Um was geht es nun eigentlich? Die beiden netten Herren befinden sich, warum auch immer, wohl im Besitz einiger Banknoten der sogenannten Papiermark, die Währung der Inflationsjahre von 1919 bis 1923 in der Weimarer Republik (für den Hintergrund bitte diesen Wikipedia Artikel lesen)

Wir erinnern uns (als wäre es erst gestern gewesen) mit den folgenden Stichpunkten:

– Nachwirkungen des 1. Weltkriegs
– Weimarer Republik
– Hyperinflation

Ich glaube, selbst Nichtexperten kommen hier ziemlich schnell zum Schluss, dass man mit Banknoten mit aufgedruckten Werten in Millionen-, Milliarden- oder gar Billionenhöhe heutzutage weder zur nächsten Landesbank noch der Bundesbank gehen und sich diesen Nennbetrag dann in aktueller Währung zum Kurs von 1:1 auszahlen lassen kann. Wer es dennoch versuchen möchte, dem sie dieser Hinweis der Deutschen Bundesbank ans Herz gelegt:

Folgende Banknoten und Münzen werden nicht mehr zum Umtausch angenommen:

Banknoten und Münzen, die vor dem 20. Juni 1948 emittiert wurden.

1923 < 1948

Case closed?

Nun, im Bereich der Logik sicherlich ja, aber in Sachen Logik gelten in Taiwan ab und zu ganz eigene Gesetze…

Die netten Herren sind nämlich der Meinung, dass es sich bei den Banknoten um alte Kriegsanleihen handelt, die Taiwaner im damals von Japan besetzten Taiwan zwangsweise erwerben mussten. Daher die Forderung nach Reparationen aus dem 1. Weltkrieg.

Und klar, wenn man die folgende Passage aus dem oben verlinkten Wikipedia Artikel absichtlich falsch interpretiert (oder mit Google übersetzt), dann könnte man vielleicht … immer den eigenen Gesetzen taiwanischer Logik folgend … den Anspruch in gewisser Weise sogar nachvollziehen:

Da das Reich die Kosten der Kriegführung nur zu einem geringeren Teil durch Steuererhöhungen und Kriegsanleihen, zu einem erheblichen Teil aber durch die Ausgabe von Papiergeld finanzierte, kam es bereits während der Kriegsjahre zu einer erheblichen Inflation.

Was aber … wieder im Bereich der normalen Logik … natürlich Quatsch ist, weil die Nennwerte schon seit 1914 durch nichts mehr gedeckt waren und es überhaupt, niemals nie, einen entsprechenden Gegenwert gegeben hat. Also doch, halt bestenfalls ein Appel und ein Ei für 3 Milliarden Mark….

Nun bin ich kein Experte, weder in Geschichte, noch in Rechtswissenschaften (noch sonstwo). Kein Problem, denn in Taiwan kann man auch Rechtsberatungen von deutschen Anwälten bekommen, was im Falle der beiden netten Herren wohl auch in Anspruch genommen wurde. Zwar könnte man ab und zu vermuten, dass die juristische Logik und die taiwanische Logik in manchen Punkten kompatibel zueinander sind, aber in diesem Fall ist dies aus den oben und/oder noch weiteren Gründen zum Glück nicht der Fall.

Daher also jetzt die Masche, vor dem Taipei 101 (in dem auch das Deutsche Institut residiert) mit Plakaten und neuerdings also auch mit Hakenkreuzfahnen herumzulaufen, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Ach ja, ergänzend dazu muss noch erwähnt werden, dass die beiden Herren schon seit längerem auch schriftlich mit dem Deutschen Institut in Kontakt stehen, es also schon Versuche gegeben hat, den beiden Herren die Lage … nach normaler Logik … zu erklären, was allerdings wie wir sehen nichts genützt hat.

Was also tun? Das Zeigen von Nazisymbolen ist in Taiwan nicht strafbar. Das Demonstrieren vor dem Taipei 101 auch nicht, obwohl ich mir da gar nicht so sicher bin.

Ich fände es bislang sowieso unpassend, den beiden netten Herren irgendwas strafrechtliches zu wollen. Fußgänger an Kreuzungen schützende Polizisten sind in Taipei viel wichtiger!

Ich finde es allerdings auch schade, dass ich innerhalb von nur 4 Monaten schon wieder irgendwelche Hakenkreuzflaggen in Taiwan rumflattern sehen muss. Und ja, ich bin in der Lage, eine Swastika an einem buddhistischen Tempel von einem Hakenkreuz zu unterscheiden. Noch wichtiger in diesem Zusammenhang ist der folgende Satz:

Weil das Hakenkreuz Ideologie, Gewaltherrschaft und Verbrechen des Nationalsozialismus repräsentiert, wurde die politische Verwendung hakenkreuzförmiger Symbole seit 1945 in Deutschland, Österreich und weiteren Staaten verboten.

In Taiwan nicht.

Was jetzt auch nicht der Skandal ist, aber gerade Taiwan, dessen Gesellschaft noch im Nachklang der Ideologie, Gewaltherrschaft und Verbrechen des Weißen Terrors lebt, gerade dieses Taiwan sollte sich bewusst sein, dass eine absichtlich verzerrte … und jedweder Logik entbehrende … Darstellung der Geschichte mehr Schaden als Nutzen bringt.

Jetzt nicht Schaden für uns als Deutsche. Ich denke wir sind in der Lage, diesen Fall als das einzuordnen, was er (bislang) ist: eine Posse, eine billige Masche an Geld zu kommen.

Eher sehe ich den Schaden für Taiwan.

Ich finde es vollkommen unverständlich, dass eine Gesellschaft, die in Bezug auf ihr dunkelstes und schmerzhaftestes Kapitel ihrer Geschichte die Aufarbeitung gegenwärtig stark fordert und vorantreibt (Stichwort Transitional Justice) und in umgekehrter Richtung zu sehen, dass unser dunkelstes und schmerzhaftestes Kapitel, das nicht nur national, sondern auch international weitgehend aufgearbeitet und entsprechende Folgen umgesetzt werden (Hakenkreuzverbot, allgemeine Ächtung von Nazi-Verherrlichung), in Taiwan der Gegenstand von Unwissenheit, Geschäftemacherei und jetzt auch noch Ausnutzung ist.

Klingt zu hart? Finde ich nicht. Ein gutes Allgemeinwissen sollte in einer fortschrittlichen Industrienation keine all zu harte Herausforderung sein (der Satz kommt mittlerweile glaube in jedem Artikel vor). In Taiwan zu leben und zur Schule zu gehen, bedeutet nicht, nichts über die Nazizeit wissen zu können. Den Anspruch muss Taiwan einfach an sein eigenes Schulsystem stellen.

Und Deutschland?

Ausnahmen bestätigen dort (noch) die Regel. Die so genannte Reichsbürgerbewegung in Deutschland mit manchen Leuten, die ihre eigenen Königreiche ausrufen, ist vielleicht das Äquivalent zu diesen beiden Herren. Nicht der offen rechtsextreme Teil, sondern der bekloppte, obwohl sich beides natürlich gegenseitig nicht ausschließt. Der Unterschied zu Taiwan ist, dass über solche Spinner kritisch berichtet wird und auch für Außenstehende doch ziemlich klar ersichtlich sein sollte, dass die große Mehrheit solche Typen für vollkommen bescheuert hält.

Oder, gerade bei der Recherche gefunden, als der klassische Querulant:

Personen, die bei Behörden oder vor Gericht zum wiederholten Male unbegründete Anträge stellen, werden als Querulanten bezeichnet. Später wurde der Begriff von der Psychiatrie aufgegriffen und entweder als eigenes, wahnhaftes, oft paranoides Krankheitsbild, als Persönlichkeitsstörung oder als begleitendes Symptom anderer psychischer Störungen beschrieben.

Zurück zu Taiwan. Wie sich Taiwan um vermeintlich oder offensichtlich psychisch gestörte Menschen kümmert (nämlich wenig bis gar nicht), haben wir in den letzten Jahren zu oft als schockierende Ereignisse in den Nachrichten sehen müssen.

So weit wird es hier hoffentlich nicht kommen und man muss jetzt auch nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Es soll nur zeigen, dass es hier nicht nur die witzige Komponente zweier Spinner gibt, die nicht gerade unkreativ, aber mittlerweile etwas über die Stränge schlagend, versuchen an Geld zu kommen, sondern dass es in Taiwan auch Leute gibt, denen ich trotz der relativen hohen Sicherheit nachts nicht im Park begegnen möchte, Und tagsüber auch nicht….

Desweiteren sehe ich Taiwan als Gesellschaft hier in der Pflicht, solchen Vögeln klar zu machen, dass sie nicht nur sich, sondern zu einem Teil auch Taiwan als Ganzes der Lächerlichkeit preisgeben.

Der beste Umgang mit solchen Sachen ist der Hinweis, wie sehr man sich Außenstehenden gegenüber mit solchen Sachen blamiert (meinetwegen auch das Gesicht verliert, diese absolut abgenudelte Floskel).

Eine Fortsetzung folgt mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit und ich bin mal gespannt, wie weit unsere beiden netten Herren noch gehen wollen.

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Die bösen Geister von Guangfu

Nazis. Wenn man sich ein Thema vorstellt, mit dem man das politisch und gesellschaftlich sehr bescheidene Jahr 2016 beenden könnte, dann ist es wohl das Thema Nazis.

Schlimmer noch: Nazis an Heiligabend.

In Taiwan ist in den letzten Tagen ein Vorfall an der privaten Guangfu High School in Hsinchu durch die Medien gegangen, der zu einer sehr kontroversen Diskussion in sozialen Netzwerken, offiziellen Stellungnahmen des Deutschen Instituts und des Wirtschafts- und Kulturbüros Israels, mehreren taiwanischen Ministerien und dem Rücktritt des Schulleiters führte.

Durch Anklicken der obigen Links sollte sich jeder ein eigenes Bild von der Geschichte machen können.

Wie kann so etwas eigentlich passieren? Fragen sich mit Sicherheit viele und im ersten Moment herrschte auch in mir eine Mischung aus Fassungslosigkeit, Wut und dieses Gefühl, was in Internetforen immer so gerne als Kopf –> Tisch beschrieben wird.

Kann man wirklich auf einem Schulfest eine Naziparade nachstellen und dabei sämtliche Anzeichen einer möglichen Distanzierung ignorieren?

Man kann. Allerdings nicht aus Böswilligkeit, auch nicht durch Blödheit, sondern einfach durch Unwissenheit.

Den an dieser Parade teilnehmenden Schülern kann und sollte man keinen großen Vorwurf machen. Worauf man an dieser Stelle allerdings hinweisen sollte, ist meine eigene Erfahrung, dass die Nazizeit für einige Jugendliche in Taiwan eine gewisse Faszination ausübt. Auf Facebook gibt es mehrere taiwanische Gruppen, die sich mit dem Deutschen Reich befassen und deren Beiträge mitunter als sehr grenzwertig anzusehen sind. Zudem sind Nazisymbole in Taiwan frei und problemlos erhältlich, bis hin zu kompletten Kostümsammlungen, wie am Beispiel der Schule und auch hier zu sehen.

Leider, muss man sagen, ist Taiwan je nach regierender Partei wohl viel zu sehr mit seiner eigenen Geschichte beschäftigt als das Zeit für die Auseinandersetzung mit der Geschichte anderer Länder bestünde.

Was sich zum Glück ja jetzt ändern könnte. Und was auch sein muss. Dennoch bleibt bei mir das ungute Gefühl, das wohl immer erst das mit Abstand größte Fettnäpfchen getroffen werden muss, bevor überhaupt der Ansatz eines Umdenkens entsteht. Hätte unser eins dem taiwanischen Bildungsministeriums eine bessere oder überhaupt eine Befassung mit der Nazizeit im Schulunterricht vor dieser Geschichte empfohlen, wäre dieser Vorschlag mit Sicherheit ganz freundlich weggelächelt worden. Zumal er von einem Ausländer gekommen wäre…

Es ist nämlich beileibe nicht so, dass alle Taiwaner die Empörung über dieses Ereignis teilen. Der Facebook Beitrag des Deutschen Instituts gibt für den Chinesischkundigen ein interessantes Spiegelbild der taiwanischen Meinung wider.

Viele Taiwaner bedauern diesen Vorfall, einige entschuldigen sich sogar im Namen Taiwans, obwohl ich dafür keinen Anlass sehe … andere wiederum weisen auf das schlechte Schulsystem hin, an dem natürlich nur die ________ (verhasste Partei bitte einsetzen) Schuld ist, andere auf die Verbindung zwischen Nazideutschland und der Republik China (sehr lesenswerter Wikipedia-Artikel!) und einige sind der Meinung, dass solange Deutschland und Israel die Ein-China Politik verfolgen und die Republik China (Taiwan) nicht als eigenen Staat anerkennen, sie überhaupt kein Recht hätten auch nur irgendwas an Taiwan zu kritisieren.

Das Verhältnis der unterschiedlichen Reaktionen liegt meines Erachtens genauso, wie ich es auch sonst in Taiwan erlebe: 30-40-30, d.h.

30%, welche sich mit den Belangen anderer Länder befassen und die Geschehnisse dementsprechend einordnen können

40%, welche die Belange anderer Länder zwar erkennen, aber bei der erstbesten Gelegenheit wieder zur Innenpolitik Taiwans wechseln

30%, welche sich von der Mehrheit der Staaten der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen fühlen und sich daher für deren Belange nicht interessieren oder nur negativ darstellen möchten

Interessant daher dieser Artikel der Taipei Times und die Aussagen des Vorsitzenden der (chinafreundlichen) New Party Yok Mu-ming:

Separately yesterday, New Party Chairman Yok Mu-ming (郁慕明) issued a statement urging the Presidential Office to apologize to the students for throwing them under the bus over the cosplay event simply because of opposition from Westerners.

“It was just a student event that school authorities did not have a hand in creating the content for, as it was aimed at facilitating creativity … not advocating Nazi ideology,” Yok said, adding that the public had blown the issue out of proportion.

Yok said the real “modern Nazis” are the DPP government, which has beautified the Japanese colonial era, as well as members of the 2014 Sunflower movement who cut classes, staged demonstrations and illegally occupied government buildings.

Wer meint, dass Ausländerfeindlichkeit, Verharmlosung der Geschichte und stumpfer Populismus eine deutsche  oder amerikanische Spezialität des Jahres 2016 sei, der kennt sich wahrscheinlich noch nicht genug mit taiwanischer Innenpolitik aus. Anderes als in Deutschland und in den USA, sind die Taiwaner aber schlau genug, solchen Vögeln kein politisches Mandat zu erteilen.

Was bleibt also?

Zum einen die Hoffnung, dass die Schüler, Lehrer und Schulbehörden etwas aus dieser Sache lernen, obwohl ich mich jetzt nicht der Illusion hingeben würde, dass sich etwas Grundlegendes am taiwanischen Schulsystem ändern wird.

Zum anderen die nach wie vor für mich sehr traurige Erkenntnis, dass ich mich mit den meisten Taiwanern weiterhin nicht neutral über welthistorische und weltpolitische Themen unterhalten kann.

Zum Schluss noch ein weiterer Gedanke:

Man ist bei so einer Sache ja immer schnell dabei, den Schulen Unfähigkeit zu unterstellen. Und natürlich trifft hier ein gewisser Grad der Unfähigkeit auch zu, denn der verantwortliche Lehrer hätten sich um die Symbolik nicht nur sorgen müssen. Laut Aussage des Lehrers hatte er die Klasse bei der Abstimmung über dieses Thema schon darauf aufmerksam gemacht, dass es falsch aufgefasst werden könnte, die Klasse aber trotzdem weiterhin gewähren lassen.

Andererseits habe ich mir mal überlegt, inwiefern ich etwas über die Geschichte Asiens während meiner Gymnasialzeit in den neunziger Jahren gelernt habe und komme dabei auf das Ergebnis: 0

Sollte es bei dir anders gewesen sein, dann poste doch bitte einen Kommentar, denn ich zweifle etwas daran, dass im deutschen Geschichtsunterricht derselbe Stand zu Asien herrscht, den sich einige jetzt für den taiwanischen Geschichtsunterricht zu Europa wünschen.

Zwischen den Zeilen…

Innenministerium: Keine Nationalflagge auf Sarg des verstorbenen Fischers

Das Innenministerium sieht keine Möglichkeit, den Sarg des am Freitag verstorbenen Fischers mit der Nationalflagge zu bedecken.

Die dazu speziell bei der False Flag Folding Force im amerikanischen Flagstaff ausgebildeten Soldaten leiden nach der anstrengenden dreijährigen Ausbildungszeit alle an chronischer Sehnenscheidenentzündung und können sich nachts noch nicht einmal mehr zudecken.

Der Fischer war in seinem Boot wegen einer fälschlicherweise abgeschossenen Rakete der taiwanischen Marine getötet worden.   Die Familie des Fischers hatte darum gebeten, den Sarg des Verstorbenen Huang Wen-chung mit der Nationalflagge zu bedecken.

Abgesehen davon, dass ich mir als Angehöriger wohl als Letztes wünschen würde, den Sarg meines vom Militär getöteten Vaters/Onkels/Bruders mit dem Symbol militärischer Beisetzungen zu versehen, so spielt meine persönliche Meinung in dem Fall keine Rolle und im Kontext, dass der Mann vom Militär getötet wurde, könnte man die Bedeckung des Sarges mit der Nationalflagge auch als Zeichen des Versuchs einer Bitte um Vergebung interpretieren. Aber…

Das Verteidigungsministerium, dass in diesem Fall zuständig ist, hatte die Familie von der Idee abbringen können.

So weit kann das Verteidigungsministerium wahrscheinlich nicht denken.

Der Abteilungsleiter für zivile Fragen im Innenministerium, Luo Rui-ching, sagte heute, dass die Richtlinien für die Verwendung der Nationalflagge auch nicht klar erfüllt seien:   „In dieser Sache ist unser Verständnis dahingehend, dass das Verteidigungsministerium uns noch nicht berichtet hat. Es ist ja so, dass die Voraussetzungen für die Verwendung der Nationalflagge auf dem Sarg nicht klar erfüllt sind. Das wäre zum Beispiel der Tod eines Soldaten auf seinem Posten, oder wenn sich der Verstorbene für das Wohl der Gesellschaft geopfert hätte. Daher denken wir, wird das Verteidigungsministerium das anders lösen.“

Es ist ja so, dass nicht jeder einfache Fischer, der mit seinem Kutter irgendwo in der Taiwanstraße kreuzt und von einer in Richtung China unter Missachtung sämtlicher Vorsichtsmaßnahmen versehentlich abgeschossenen Rakete zerfetzt wird, ein Anrecht auf die Nationalflagge auf seinem Sarg hätte. Da könnte ja echt jeder kommen!

Wäre jetzt zum Beispiel der Soldat zum Zeitpunkt des Raketenabschusses auf seinem Posten zu Tode erschreckt worden, weil solche Raketen echt laut sind, dann hätte dieser natürlich die notwendigen Voraussetzungen für die Nationalflagge auf seinem Sarg erfüllt.

Das Verteidigungsministerium wird das sicherlich anders lösen, denn die Vorschriften müssen nun einmal strikt eingehalten werden (immer Freitags 10-12 Uhr oder wenn PräsidentIn kommt!).

So kalt, so tot

Zugegeben, sich über den Tod von Menschen in einem leicht ironisch-satirisch-zynischen Blog auszulassen mag nicht jedermanns Geschmack treffen. Den Tod von Menschen zu nach Sensation heischenden Nachrichten zu verwursten auch nicht. Und deshelb steht hier dieser Artikel zum Erhalt für die Nachwelt und Beispiel einer ziemlich abgewrackten Medienkultur, wobei das Wort „abgewrackt“ hier eigentlich nicht zutrifft, denn abgewrackt kann ja nur etwas sein, was vorher in einem weitaus besserem Zustand war….

Ausgangspunkt dieser Geschichte ist dieser Artikel von Radio Taiwan International. Was war da aber genau los? Nun, ich kann den Fall nur aus der Sicht von Focus Taiwan wiedergeben (ist schon stressig genug), dafür aber umso detaillierter.

Es war letzte Woche ja so ein bisschen frisch in Taiwan. Temperaturen nur noch ein paar Grad über dem Gefrierpunkt, Schnee in den Bergen und immerhin noch so etwas wie Schneeregen bis fast ins Flachland (Hsinchu und Miaoli). Und richtig, in mittlerweile 13 Wintern in Taiwan habe ich solch tiefe Temperaturen auch noch nicht erlebt. So richtig scheinen die Meldungen darüber aber nicht gefetzt zu haben und somit setzte sich dann über den Verlauf der Kältewelle die folgende Geschichte in Gang:

Am Morgen des 22. Januar, das war der Freitag, an dem eigentlich noch gar nicht richtig kalt war … halt nur kühl und regnerisch in Taipeh wie das im Januar nun absolut nicht ungewöhnlich ist und ich froh bin, nicht mehr dort zu wohnen … schrieb Focus Taiwan etwas von 10 Todesopfern in nur einer Nacht aufgrund der sich nähernden Kältewelle.

Lives lost in Taipei area as cold wave approaches

Für einen Moment dachte ich so „wow, unheimlich…es wird ja morgen noch viel kälter“, aber dann zog mich glücklicherweise mein Verstand wieder schnell in die richtige Richtung und fing an zu überlegen: 10 Tote durch Herzstillstand in New Taipei City innerhalb von 8 Stunden, hochgerechnet also 30 Tote am Tag oder knapp 10.950 Tote im Jahr in einem Gebiet mit 4 Millionen Einwohnern klingt irgendwie völlig normal. Pro 1.000 Einwohner wären das 2,74 im Jahr. Die Zahl mal kurz merken.

Laut http://www.laenderdaten.de/bevoelkerung/sterberate.aspx beträgt die Sterberate in Taiwan 6,97 pro 1.000 Einwohner im Jahr und an Herzstillstand werden wir zwangsläufig alle sterben, von daher ist das ein Indikator für gar nichts.

Bis zum Sonntag waren dann die Meldungen über die zu erwartenden Tiefsttemperaturen und den Schneefällen in den Bergen anscheinend ausreichend genug, aber dann hat sich wohl jemand in der zugigen Kälte des Newsdesks, der vielleicht nicht mit in die Berge zum Schnee gucken durfte, wieder an den Blödsinn erinnert und diese Meldung rausgehauen:

15 dead in New Taipei, Taoyuan as snow dusts Taiwan

Und ein Update:

36 dead in northern Taiwan as snow fever hits (update)

Und noch ein Update:

Over 50 dead around Taiwan, victims of cold spell (update)

Und noch ein Update:

Over 85 dead around Taiwan, victims of cold spell (update)

Am Tag danach schienen die landwirtschaftlichen Schäden und die bescheidenden Straßenverhältnisse in den Bergen wieder interessanter zu sein, bis am Dienstagabend, die Temperaturen waren mittlerweile wieder auf weiterhin kühle, aber für den Winter normale Werte geklettert, so etwas wie eine Gegendarstellung auftauchte:

Only 3 died from low temperatures over weekend: Health Ministry

Demnach wurden in ganz Taiwan 45 Personen wegen Unterkühlung per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, von denen 3 Personen starben. Ob die Unterkühlung letztlich auch die Todesursache war, ist der Meldung nicht zu entnehmen.

Dumm gelaufen. Focus Taiwan versucht sich noch ein wenig damit herauszureden, dass sie ja nur die Einschätzung der Feuerwehren wiedergegeben haben. Ich geh jetzt mal davon aus, dass die Feuerwehren die 119 Notrufe annehmen und je nach Lage den RTW losschicken, aber wir sollten hier vielleicht auch nicht zu viel drüber nachdenken. Könnte in tiefe Abgründe führen.

Was hier nachdenklich machen sollte, ist die absolute Unprofessionalität der Journalisten, Redakteure, Schreiber. Es gibt nun mal leider keine andere englischsprachige Quelle für Agenturähnliche Nachrichten aus Taiwan, auf die man sich berufen kann. Das meiste Einiges, was man bei Taipei Times, China Times, Radio Taiwan International usw. lesen kann, bei manchen weniger, bei manchen mehr, stammt ursprünglich von Focus Taiwan bzw. der Central News Agency. In der Hinsicht kann ich den Kabinettssprecher verstehen, wenn er sagt, dass durch diese Falschinformationen ein schlechtes Licht auf Taiwans Gesundheitssystem und die Versorgung Benachteiligter geworfen werde.

Wer Taiwan auch nur ein klein wenig kennt, dem müsste eigentlich beim Gedanken, der Regierung Recht geben zu müssen, fast schon das Blut in den Adern gefrieren (um beim Thema zu bleiben). Zum Glück trifft hier weder das, noch der kältebedingte Tod dutzender Menschen zu. Eigentlich eine gute Nachricht, nur halt nicht sensationell….

Taiwanschau 01/2016

Hallo und herzlich willkommen zur heutigen und ersten und vielleicht auch einzigen Ausgabe der Taiwanschau, den wichtigsten und unwichtigsten Nachrichten der letzten Tage und Wochen in Taiwan!

Totale Überraschung: Tsai Ying-Wen zur Präsidentin gewählt

Wie in diesem Blatt bereits vor 9 1/2 Monaten vorausgesagt, wurde Tsai Ying-Wen am 16. Januar zur neuen Präsidentin Taiwans gewählt. Gleichzeitig errang die DPP auch die absolute Mehrheit im Legislativ-Yuan. Klare Sache sollte man meinen, aber trotzdem ist Taiwan seit dem 18. Januar praktisch führungslos.

Dummerweise soll die Verfassung der Republik China vorsehen, dass das neue DPP-dominierte Parlament bereits am 1. Februar zusammentritt, die neue DPP-Präsidentin und damit auch die neue Regierung aber erst am 20. Mai. In der Praxis hätte das bedeutet, dass eine KMT-Regierung unter oder neben oder wie auch immer einem DPP-Parlament, hm was eigentlich, regieren wohl nicht, weil abgewählt, also noch irgendwas hätte machen sollen, aber nur nicht regieren.

Das fanden der jetzt ehemalige KMT-Premierminister Mao Chi-kuo und sein Kabinett auch irgendwie doof und traten daher geschlossen zurück. Der abgewählte, aber noch amtierende, weil Lahmarsch-Verfassung das so vorsieht, Präsident Ma Ying-jeou sagte dazu zwar „Nö, macht mal schön weiter“, woraufhin Mao wiederum sagte „Isch mir doch egal, digga“. Endlich mal ein Politiker mit Prinzipien!

Für die zurückgetretenen Minister rücken jetzt die Vizeminister nach, aber mehr als ihre Bürosessel für ihre Nachfolger warmhalten können sie eigentlich auch nicht tun. Vielleicht noch die Chiang Kai-shek Gemälde von der Wand nehmen, aber nicht wegschmeißen, denn in 4-8 Jahren kann sich so einiges tun! Größere Auswirkungen auf die allgemeinen Verhältnisse in Taiwan sind allerdings ob jetzt ohne oder mit Regierung nicht zu erwarten. Da in Taiwan sowieso fast jeder macht, was er will, wird den meisten Menschen der Zustand der Regierungslosigkeit womöglich gar nicht auffallen.

Korean Fried Chicken

Diese Geschichte hat einfach alles: Das zuckersüße Mädchen, den bösen Verräter, die treuen Fans, den hartherzigen Arbeitgeber, Schwarz und Weiß fein säuberlich getrennt, das perfekte Drama in drei Akten:

Akt I:

Chou Tzu-yu, genannt Tzu-yu, im Folgenden von mir aber Küken genannt, weil das Tippen von z und y auf einer chinesischen Tastatur mit deutschem Sprachlayout echt nervig ist, gewann letztes Jahr als damals 15-jährige eine Talentshow in Südkorea und ist seitdem Mitglied einer Girlgroup namens Twice (die anderen Mitgliederinnen scheinen alle Koreanerinnen zu sein).

Bei einem Auftritt in einer Fernsehshow schwenkte das Küken die Flagge Taiwans ohne sich groß was dabei zu denken. Das fand aber der in Taiwan geborene, aber jetzt in China lebende Verräter Sänger Huang An nicht so gut und löste einen Shitstorm im chinesischen Sina Weibo gegen das Küken aus. Zugleich beschwerte sich der chinesische Smartphonehersteller Huawei beim koreanischen Mobilfunkanbieter LG Uplus, was dazu führte, dass LG Uplus dem Küken einen Werbevertrag für die Promition eines Huawei Smartphones in Südkorea entzog. Dieses wiederum führte natürlich zu scharfen Protesten in Taiwan, in deren Verlauf man auf Facebook wieder zweifellos feststellen konnte, dass Beleidigungen, Hasstiraden und Morddrohungen kein rein deutsches Phänomen in sozialen Netzwerken ist.

Akt II:

Das koreanische Management des Kükens, JYP Entertainment, gibt eine Erklärung ab, in der es sich in aller Form für das Verhalten des Kükens entschuldigt und auch das Küken selbst muss in einem fast schon im Stile eines IS-Propagandavideos aufgezeichnetem Videostatements um Entschuldigung bitten und sich als Chinesin bezeichnen. Die Anmerkung meinerseits, dass man dies doch auch hätte ablehnen, das unterwürfige Management und die Band verlassen und in Taiwan damit zur Nationalheldin aufsteigen können, rief indes ungläubiges Kopfschütteln von Besitzern taiwanischer Pässe auf. Man könne doch so eine Gelegenheit nicht einfach wegwerfen. Komplizierte Sache, das mit den Prinzipien.

Dieses Statement fachte den Gegenshitstorm natürlich noch weiter an und selbst der Präsident meinte zu dem Thema Stellung beziehen zu müssen und laut einer Umfrage ließen sich rund 11% der Wähler in Taiwan von der Kontroverse bei der Parlamentswahl beeinflussen. Nicht schlecht für ein Küken.

Akt III:

Jetzt rund eine Woche später scheint wieder alles in Ordnung zu sein und das Küken hat zusammen mit ihrer Band bei den Golden Disc Awards in Südkorea den Preis als beste Newcomer gewonnen. „Ganz in schwarz in sexy Outfits gekleidet, strotzten sie dem eisigen Winterwetter (Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt) in Seoul und erhielten den warmen Applaus des Publikums„. The show must go on and there is no business like show business!

Stöckelschuh of Broken Dreams

Chiayi County, den meisten bestenfalls durch den Halt des Schnellzugs auf den Weg nach Kaohsiung bekannt, bietet ab dem 8. Februar eine neue und ganz speziell auf Frauen zugeschnittene Attraktion: eine 17 Meter hohe und 11 Meter breite Stöckelschuh-förmige Installation aus blauem Glas, das in Form und Größe an eine Kirche erinnert, obwohl sie laut Erbauer keinen religiösen Zwecken dienen soll, vorausgesetzt man zählt die Ankurbelung des Tourismus verbunden mit mehr Einnahmen resultierend in mehr Profit als Merkmal des Kapitalismus nicht auch zu einer Art Religion.

Wer sich übrigens gerade nicht so richtig vorstellen kann, wie eine 17 Meter hohe und 11 Meter breite Stöckelschuh-förmige Installation aus blauem Glas, das in Form und Größe an eine Kirche erinnert, genau aussieht, keine Sorge, ich konnte es ohne Foto auch nicht.

Das Design soll übrigens an die Schwarzfuß-Krankheit in den 1950er Jahren in Taiwan erinnern, bei der vielen Frauen der Fuß amputiert werden musste, was ihre Träume zunichte machte, mit Stöckelschuhen auf einem roten Teppich zu laufen. Ursprünglich sollte der Name „Cinderella High-Heel Church“ lauten, aber da es ja gar keine Kirche, sondern eine Art Gedenkstätte für die Betroffenen einer schlimmen Krankheit sein soll, hat man diesen Namen wieder fallenlassen. Wie der eigentliche Name jetzt lautet, war bis zum Redaktionsschluss leider nicht herauszufinden, Hinweise dazu sind sehr willkommen.

Da aber Schwarzfuß nicht so richtig zu Blauschuh passt, saugt sich der Erbauer noch eine andere Erklärung aus den Fingern erwähnt der Erbauer noch, dass die funkelnde Struktur eine Nachricht der Freude an junge Leute für eine glänzende Zukunft vermitteln soll.

Pünktlich zum 8. Februar, dem ersten Tag des Frühlingsfestes und damit der Woche, in der Taiwaner allesamt auf Achse sind, stehen in der Kirche, der Installation, also der Kircheninstallation, mehr als 100 „Frauen-inspirierte Installationen (was ist das?) zur Ansicht zur Verfügung, darunter Stühle für „Liebende“, Ahornblätter (häh?), Kekse und Kuchen, die alle tolle Motive für Fotos bieten.

Da der Verfasser dieser Zeilen die Bedeutung des letzten Satzes nicht versteht, bleibt an dieser Stelle nur die Bitte, der Redaktion doch bitte Fotos der „Frauen-inspirierten Installationen“ zukommen zu lassen, sofern jemand den Weg nach Chiayi findet. Vielen Dank!

Arsch auf Grundeis: Es wird kalt Leute!

Papa, müssen wir jetzt alle sterben? So oder so ähnlich fällt wahrscheinlich die Reaktion von kleinen Kindern aus, sollten sie die Horrormeldung der Taiwan an diesem Wochenende drohenden Kältewelle vernehmen. Dabei kann ich die Angst schon verstehen. Im nasskalt versifften Norden Taiwans könnten einem Temperaturen von deutlich unter 10 Grad schon ziemlich empfindliche Stellen verkühlen. Als Zentraltaiwaner hat man dieses Problem nicht so sehr, aber trotzdem, wer sich als Deutscher der taiwanischen Meinung anschließt, das Temperaturen unter 10 aber noch deutlich über 0 Grad todsterbenskalt (冷死) seien, der hängt bei der zweiten Maß beim Oktoberfest  wohl auch schon kotzend in den Seilen. Ein bißchen mehr Haltung, bitte!

Interessant in dem Zusammenhang auch die Meldung, dass ein Teil von Highway Nr. 5, das ist der von Taipeh nach Yilan, im Falle von überfrierender Nässe gesperrt wird und Autofahrer doch bitte auf andere Strecken ausweichen mögen. Ich mein, geniale Idee eigentlich! Wäre doch auch was für Deutschland. Die Kosten für den Winterdienst lassen sich auf Null senken, wenn man den Winterdienst einfach abschafft und Straßensperrungen bei Schnee und Glätte entlasten dazu noch die Umwelt und vermeiden Unfälle! Per Ski die A7 von Füssen nach Flensburg runter, schlappe 950 Kilometer, wer ist dabei?

Benzin günstiger als Wasser

Wo wir bereits beim Autofahren sind. Der Preis für 1 Liter Super (95) Benzin bei CPC fällt am Sonntag voraussichtlich auf 19,3 NT (Normal 92 auf 17,8 NT und Diesel auf 15,1 NT). Damit ist 1 Liter Benzin offiziell günstiger als 1 Liter Wasser, wobei ich das jetzt nur aus dem Kopf schreibe, weil mein heimischer Wasserfilter Made in Germany mich schon seit Jahren von Wasserkäufen (leider nicht von Filterkäufen) unabhängig gemacht hat. Sollte hier auch nur kurz erwähnt werden.

Eisprung

Die schlimmste Nachricht zum Schluss: Während Benzin dieser Tage immer billiger wird, muss man für Tee-Eier, ach nee komm, Teeeier sieht einfach besser aus, jetzt 2 NT mehr bezahlen, nämlich 10 NT anstatt 8 NT. Herausgekommen ist diese schändliche Preisabsprache des Kwik-E-Mart Oligopols durch die Erhöhung in allen 7-Eleven Läden, wohingegen es bei derselben Erhöhung in allen Family Mart Läden im Oktober und allen OK Mart Läden im November von den Medien unbemerkt blieb. Da sieht man mal, wo taiwanische Redakteure ihre Teeeier kaufen!

Geheimtipp: Hi-Life, in deren Läden ich glaube noch nie mehr als zwei Kunden (inklusive mir) gleichzeitig gesehen habe, verkauft seine Teeeier weiterhin zum Preis von 8 NT. Ob sich aber der wahrscheinlich weitere Weg zu Hi-Life anstatt zu 7-Eleven, Family Mart und OK Mart trotz der niedrigen Benzinpreise rechnet, um den geldwerten Vorteil von 2 NT zumindest noch teilweise „ummünzen“ zu können, muss der zu dieser Überlegung neigende Leser jetzt allerdings selbst ausrechnen (und immer darauf achten, dass die eine oder andere Straße wegen Glatteis gesperrt sein könnte!)

Als Entschädigung hier aber ein anderes Rechenexempel:

Hi-Life soll letztes Jahr Teeeier im Wert von 150 Millionen NT verkauft haben. Bei etwa 1.300 Läden und einem Preis von 8 NT ergibt das:

150.000.000 / 8 = 18.750.000 Teeeier im Jahr

18.750.000 / 1.300 = 14.423 Teeeier pro Laden

14.423 / 365 = 39,5 Teeeier pro Tag pro Laden

Familiy Mart hat etwa 3.000 Läden in Taiwan. Bei angenommener gleicher Teeeiverkaufszahl von 39,5 pro Tag und Laden ergibt das:

39,5 x 3.000 x 365 = 43.252.500 Teeeier im Jahr

Dasselbe Spielchen für 7-Eleven mit mehr als 5.000 Läden in Taiwan:

39,5 x 5.000 x 365 = 72.087.500 Teeeier im Jahr

Fehlt nur noch OK Mart mit etwa 900 Läden:

39,5 x 900 x 365 = 12.975.750 Teeeier im Jahr

Zusammengerechnet ergibt das:

18.750.000 + 43.252.500 + 72.087.500 + 12.975.750 = 147.065.750 Teeeier im Jahr

Um es einfacher zu machen: 147 Millionen Teeeier oder 6,4 Teeeier pro Einwohner im Jahr, ein Wert der allerdings noch durchaus höher liegen könnte, da ich mir ziemlich sicher bin, dass 7-Eleven und Family Mart relativ gesehen noch mehr Teeeier verkaufen als hier rechnerisch angenommen (wir haben zumindest noch nie ein Teeei bei Hi-Life gekauft!)

Daraus ergeben sich jetzt zwei Fragen: Wer kauft eigentlich halbe Teeeier und würde ein Deutscher, der nicht in Taiwan lebt, unter dem Begriff Teeei dasselbe verstehen wie ich?

Darüber können Sie jetzt, der Kälte des Wochenendes ganz sexy ganz in schwarz, mit einem dampfenden Teeei in der linken, einem Huawai Telefon in der rechten (zum Kaputthauen) im Kwik-E-Mart Ihres Vertrauens nachdenken. Viel Spaß dabei!

Informationen zu allen hier genannten Themen lassen sich bei Focus Taiwan (Englisch), Radio Taiwan International (Deutsch) und Taiwan Heute (Deutsch) finden.

Übertaiwanisiert

Es ist ja so. Wenn eine Zeitung mal nicht weiß, was sie schreiben soll, dann macht sie einfach eine „10 Dinge, die….“ Liste, die in weiteren Ausbaustufen noch mit Klickstrecke und Teaser wie „Punkt 8 wird dich zu Tränen rühren“ garniert wird.

Mir schwante also böses als ich gestern Abend meinen Feedreader öffnete und im (zur Informationsbeschaffung leider notwendigen) Focus Taiwan folgende Überschrift las:

Ten ways you know you’re turning into a local in Taiwan

„Man gut, dass morgen auch noch Feiertag ist“, dachte ich mir, denn das Ablästern über solche Listen ist einer meiner Lieblingsbeschäftigungen und leichtes Material für diesen Blog 😛

elendAlso dann, schnell mal Luft holen und rein ins Elend!

10 Dinge, an denen man laut Focus Taiwan erkennt, dass man als Ausländer zu einem Taiwaner wird und warum ich mich nach Durchsicht dieser Liste als absolut übertaiwanisiert bezeichnen würde:

1. You’re an MRT Maestro

You can waltz through the MRT turnstiles without stopping because you’ve found that sweet spot in your wallet where your Easy Card can be read by the machine without you having to lug it out.

Eigentlich ein guter Start, aber dann denke ich mir, dass das eigentlich schon wieder so was von oldschool ist. Dieses Rumgefuchtel mit den Handtaschen ist doch affig und klappt nie mit 100%iger Sicherheit. Und dann….meistens mitten im Feierabendgetümmel und noch besser im absolut vollbesetzten Bus, müssen sie eventuell doch ihr Kärtchen rausholen, was dann eine gefühlte Ewigkeit dauert. Der moderne Pendler hat seine EasyCard in der rechten Hosentasche sitzen, aus der die Karte beim Passieren der Schranken in einer fließenden Bewegung zum Sensor und anschließend wieder in die Tasche zurückgeführt wird. Und seit Neustem steckt der Mann von Welt in Taipeh seine Benefiz-Porno-EasyCard sowieso gar nicht mehr ein, weil es um das Schmuckstück ja viel zu schade wäre 😛

2. You’re mostly over your 101 obsession

Your Facebook news feed is basically a shrine to photos of Taipei 101 that your friends upload on a daily basis. But now you only take the occasional picture, and only when you’re convinced you’ve captured the perfect balance of lighting and composition that is completely unlike any of the other million or so photos of 101 out there.

Als Taipei 101 Anfang 2005 offiziell eröffnet wurde, habe ich als erster und einziger Ausländer auf der Aussichtsplattform im 89. Stock gearbeitet (für 85 NT die Stunde). Da es wie jeder 85-NT-die-Stunde-Job ein ziemlich mieser Job war, habe ich nie wirklich den Drang verspürt, meinen damaligen Arbeitsplatz mehr als zwei Mal auf ein Foto bannen zu müssen. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

3. You hoard receipts

You religiously save your receipts from every purchase, as you are absolutely convinced that next time is the time your uniform invoice lottery numbers will line up and you’ll be able to enjoy a very early retirement.

Bin ich drüber hinweg, weiß gar nicht, ob es meine Frau noch macht, aber nach Möglichkeit landen die Kassenbons in der Spendenbox oder beim Frühjahrsputz im Müll.

4. You plan your Typhoon Days

The night before a typhoon hits, you constantly refresh the official government forecast page in the hope that you will see the magical words — „school and work cancelled.“ Even before it’s announced you’ve already planned the whole day off to a tee, and have booked a karaoke room in advance because you know its impossible to do so once the day off is official.

Armselig. Als Freiberufler macht ein Taifuntag, Feiertag, Wochenende sowieso keinen Unterschied für mich und der einzige Plan an einem Taifuntag früher an der Uni/im Büro war ausschlafen und den Tag zu Hause abgammeln. Das ist glaube auch der ganze Sinn eines Taifuntags, anstatt den Niedriglohnjobbern im KTV/Kaufhaus/Supermarkt das Gefühl zu geben, nur Jobs 2. Klasse zu haben, die auch bei Windstärke 13 zur Arbeit zu erscheinen zu haben, um den Arbeitnehmern 1. Klasse anspruchsgerecht zur Verfügung zu stehen.

5. You barely feel the earth move anymore

You barely blink an eye when you feel a minor earthquake, but when it’s a really big one you excitedly update your Facebook and share stories the next day detailing exactly where you were, your reaction and afterthoughts.

Schon mal auf den Gedanken gekommen, dass man das bei größeren Beben macht, um seiner Familie und Freunden auf der ganzen Welt zu sagen, dass alles in Ordnung ist? Bei dem Beben in Chile letzte Woche war ich sehr froh, dass sich meine Bekannten bei Facebook gemeldet und sogar die „I am safe“ Funktion genutzt haben.  Von den traditionellen Medien kann man eine seriöse Berichterstattung ja heute nicht mehr erwarten….

6. You can squat it like it’s hot

You no longer fear falling to your death when you have to use a squat toilet, and you’ve grown accustomed to the „in the bin, not the bowl“ toilet paper rule.

Wie viele Stehklos gibt es denn bitte noch in Taiwan? Die einzige, die mir auf Anhieb einfällt, ist die in unserem örtlichen Schwimmbad und mal ehrlich….wenn es wirklich dringend ist, dann ist ein Stehklo weitaus besser als gar kein Klo. Außerdem gute Übung für die Beinmuskeln.

7. You know the correlation between drinking and foreign language fluency

After several rounds of cheap beer and shouting ganbei! (乾杯, bottoms up) at rechao (熱炒) restaurants you’re absolutely convinced your Mandarin has dramatically improved and that everyone must bear witness to your new-found fluency.

Man braucht kein Alkohol, um fließend Mandarin zu sprechen. Ein Sprachkurs reicht völlig aus.

8. You know how to use the Holy Word

You live by the golden word, which, said enough times, can resolve any problem, answer any question and basically make you sound like you know way more Mandarin than you actually do — „Dui, Dui, Dui“ (對, 對, 對).

Anfängerfehler. Das goldene Wort in Taiwan ist chabuduo (差不多) und wenn das nicht funktioniert meibanfa (沒辦法).

9. You’re all over the local places to score cheap eats

You cringe at paying more than NT$150 (US$4.45) for a meal, even though to eat out regularly in your home country you basically have to take out a bank loan.

Oh, ihr Leute aus Taipeh, NT$150…. Mein Schwiegervater hat dafür eine Menge Schimpfwörter auf Taiwanesisch übrig. Zu Hause wird natürlich (meistens) selbst gekocht mit Sachen frisch vom Markt.

10. People accept you’re in Taiwan (not another place beginning with T)

Your family and friends have finally stopped thinking you’re living in Thailand, after your painstaking efforts to make it very clear you definitely live in Taiwan.

Also ich weiß nicht, wie das bei Anglikanern ist, aber mein Familien- und Freundeskreis konnte Taiwan und Thailand schon immer auseinanderhalten. Wenn das vorkam, dann nur bei vollkommen Fremden, die ohnehin unter dem Andy Möller Gedenkmotto leben: Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!

Und jetzt aber der Oberknallerhammer:

Even more special is when after a while, Taiwanese people stop seeing you as a foreigner, and start thinking of you as one of their own.

Sorry Leute, aber bei dem Satz werd ich zum Franz-Josef Wagner:

Liebe Monica Mizzi,

ich mache mir normalerweise nicht die Mühe, nach Autoren von drittklassigen Artikeln einer bestenfalls zweitklassigen Onlinezeitung zu googlen, aber in diesem Fall musste ich mir einfach anschauen, wer so einen Stuss Satz schreibt. Ihr Linkedin Profil weist Sie als Praktikanten bei Focus Taiwan seit diesem September aus, zudem belegen Sie seit März einen Chinesischkurs an der NTU. Dazu folgendes Zitat:

I am currently studying Mandarin at Taiwan’s most prestigious university on a scholarship awarded by the Taiwanese Government

Das sagt natürlich einiges, entschuldigt manches, aber halt nicht alles. Sie betreiben auch ein englischsprachiges Blog, das laut einem Interview mit einem anderen englischsprachigen Blog eines der besten, vielleicht sogar das beste Blog über Taiwan sein soll. Ich habe jetzt weder Zeit noch Lust, das zu überprüfen, hege in meiner Brust aber einen leichten Zweifel ob des Wahrheitsgehalts dieser Aussage. Liegt aber natürlich auch immer im Auge des Betrachters. Meine Mutter sagte immer „unter den Blinden ist der Einäugige König“, ich wünsche ihnen daher mehr Sicht auf die Dinge des Lebens. Nach gerade mal 7 Monaten in Taiwan scheinen Sie sich ja bereits sehr gut auszukennen, vom Gefühl mehr als ich, der sich immer noch seine Gedanken macht, ob eine Integration von Ausländern in Taiwan überhaupt möglich und gewollt ist. Vielleicht sind Sie einfach um einige Potenzen schlauer als ich, vielleicht lassen Sie sich aber auch als Sprachrohr einer von der Regierung finanzierten Zeitung unwissentlich oder gar wissentlich ausnutzen, um Ihr LinkedIn Profil weiter schmücken zu können. Ich werde Ihnen dabei nicht folgen, hab sowieso keine Zeit, denn meine Frau hat das Essen fertig. Reis mit ganz viel frischem Gemüse und ein wenig Rindfleisch. Mit Liebe gekocht, was einfach unbezahlbar ist.

Herzlichst mit ganz viel Herz, Ihr FJW!

Soldatenreport: Was Bürger nicht für möglich halten

Lang lang war es still in diesem Sommer in Taiwan. So richtig Aufregendes ist in den letzten zwei Monaten eigentlich nicht passiert und selbst die beiden Sommer*loch*themen, nämlich das Loch im Bild und die Porno Easy Card haben es lästermäßig nicht in diesen Blog geschafft, da es für taiwanische Verhältnisse eigentlich noch recht normal ist (oder meine Reizschwelle einfach schon zu hoch liegt).

Den Vogel abgeschossen hat aber dafür das taiwanische Verteidigungsministerium, das in seinem neuesten Bericht über die militärische Stärke Chinas an den Legislativ-Yuan zu dem Schluss kommt, dass…

Achtung festhalten!

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Das chinesische Militär unter bestimmten Umständen eine Invasion Taiwans durchführen könnte!

OMFG

Die dazu nötigen Anlässe könnten sein:

  • eine Unabhängigkeitserklärung oder sonstige Unabhängigkeitsbestrebungen seitens Taiwans,
  • massive Bürgerunruhen,
  • der Erwerb von Nuklearwaffen,
  • oder ausländische Truppen, die in Taiwan stationiert werden.

Zudem könnten Verzögerungen bei den Verhandlungen zu einem friedlichen Zusammenschluss Taiwans und Chinas oder ausländischer Einfluss in Taiwans innere Angelegenheiten ebenfalls eine chinesische Invasion auf Taiwan auslösen.

Krass oder? Das klingt alles so offiziell, also wenn die Chinesen schlau wären, dann sollten die aus den Bedingungen mal ein Gesetz machen, damit das auch eine gewisse Außenwirkung erzielen könnte.

Wie, haben sie schon gemacht?! Im Jahr 2005?!

Und ich hab damals schon darüber geschrieben?

Scheinen wohl alle vergessen zu haben. Um so beruhigter bin ich allerdings, dass das taiwanische Verteidigungsministerium das taiwanische Parlament daran erinnert, dass Chinas Militär in den Krieg ziehen könnte. Könnte man auch sonst gar nicht darauf kommen, denn die hunderten auf Taiwan gerichteten Raketen sind ja auch eigentlich nur rein zufällig auf Taiwan gerichtet, weil China als Land auch so klein ist, dass es platzmäßig einfach keine andere Gelegenheit hat, den Krempel anderswo zu lagern. So oder so ähnlich sieht die Logik der taiwanischen Militärdenker vielleicht aus.

Obligatorisch, und das bereits seitdem ich mich das erste Mal mit dem Thema beschäftigt habe (ab 2001), sind bei jedem Bericht über Chinas Militär auch Zahlen über das Verteidigungsbudget, die zwar außerhalb Chinas niemand genau kennt, aber stetig irgendwo so zwischen x + 50% liegen, mit einer jährlichen Steigerung von mehr als 10% nebst jährlichen Meldungen sämtlicher Medien ob der „massiven Aufrüstung“ Chinas.

Focus Taiwan vollbringt dabei in der Meldung ein verblüffendes mathematisches Kunststück:

According to the MND report, China’s military spending has risen to 911.4 billion Chinese yuan (US$142.85 billion) in 2015, accounting for 1.34 percent of its GDP and marking a 10 percent increase year-on-year. The amount is the highest in Asia and the second-highest in the world, behind only the United States, it noted.

China’s real military spending would be twice or triple that amount, making up 4 percent of its GDP — on par with Russia and the United States — if hidden costs are included, the MND report said.

As a result of such huge spending, the imbalance in military strength across the strait has sharply widened while China has narrowed its difference with the U.S.

Ja, ich weiß. Ist auch für mich die 6. Stunde, aber jetzt noch mal ganz kurz Konzentration.

Die mehr oder weniger offiziellen Zahlen in Wikipedia über das Militärbudget in % des BIP sind für die USA 4,1%, für China 2,0% und für Taiwan 2,5%.

Aber die chinesischen Zahlen sind natürlich getürkt und mit einem türkischen Militär ist ja wirklich nicht zu spaßen…und die USA sind ja uns allen bekanntermaßen das Vorbild in Sachen Transpararenz, Offenheit und Ehrlichkeit….

Darum geht es aber im Prinzip gar nicht. Um was es geht, ist das bemerkenswerte Fazit, dass China mit in etwa demselben Militäretat in % des BIP wie die USA den Abstand zu den USA angeblich verringert und den Abstand zu Taiwan deutlich vergrößert hat. Letzteres stimmt sogar, aber ersteres ist einfach nur zahlentechnischer Bullshit. In absoluten Zahlen und auf die Anzahl der Soldaten gerechnet, geben die USA mehr als das 7-fache pro Soldat aus als die Chinesen.

Militärbudget in absoluten Zahlen / Anzahl der Soldaten

USA: 636.000.000.000 / 1.429.995 = 444.757

China: 143.900.000.000 / 2.300.000 = 62.565

Selbst bei der Annahme, dass das tatsächliche chinesische Militärbudget doppelt so hoch wie angegeben und das amerikanische gegen jedweden gesunden Menschenverstand tatsächlich wie offiziell angegeben sein sollte, ergäbe sich immer noch ein 3,5-fach so hoher Etat pro Soldat.

Nix is mit Verringerung des Abstandes, das einzige was sich verringert, ist die Vergrößerung des Abstands. Das ist genau so wie mit einer geringeren Schuldenaufnahme bis hin zu einer ominösen schwarzen Null: die Tatsache, dass ich weniger oder gar keine neuen Schulden aufnehme, bedeutet ja nicht, dass die Schulden an sich weniger werden, sondern nur, dass sie nicht noch oder weniger mehr werden. Oder für die Autofahrer: wenn ich 130 fahre und mich jemand mit 180 überholt und ich danach dann auch 180 fahre, dann wird mein Abstand zum Überholer zwar nicht mehr größer……kleiner aber auch nicht.

Gedankengänge wie diese sind Schreiberlingen von Focus Taiwan natürlich nicht zuzutrauen, aber um es an dieser Stelle in aller Deutlichkeit zu sagen: Natürlich ist die Entwicklung und die Bedrohung Taiwans mit größter Sorge zu sehen und natürlich ist die Gefahr ziemlich real. Die Geschichte militärischer Großmächte hat uns gelehrt, dass ein Krieg immer dann willkommen ist, wenn es wirtschaftlich im eigenen Land nicht mehr so gut läuft und die Bewohner deswegen unzufrieden sind. Und in Sachen Nationalstolz bleibt auf beiden Seiten der Taiwanstraße sowieso ziemlich oft der gesunde Menschenverstand auf der Strecke.

Aber gerade aufgrund dieses Pulverfasses muss man meiner Meinung nach vom nationalen Verteidigungsministerium und der nationalen Presseagentur doch etwas mehr als das Niveau und die Auffassungsgabe eines Erstklässlers verlangen.

Wobei ich hiermit bei allen Erstklässern Taiwans um Entschuldigung bitten möchte, denn jeder Erstklässler in Taiwan würde mit Sicherheit niemals ein Mädchen mit seinem Hubschrauber spielen lassen!!

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