Eine Trillion Mark fünfzig, bitte!

Es tut mir ja auch leid, nach dem letzten Artikel mit Bezug zu Nazis jetzt schon wieder einen Artikel mit einem Bezug zu Nazis zu schreiben, aber es nützt ja nichts….

Da ich als Erklärbär für den Alltag in Taiwan zwecks viel zu geringer Frustrationstoleranzgrenze nicht mehr tauge und ich so gut wie möglich die Finger von der Politik lasse, bleiben mir halt nur die skurilen Themen, ohne die Taiwan nun mal nicht Taiwan wäre.

Primär soll es hier um eine Sammlung von Informationen gehen, weil Facebook in der Hinsicht ehrlich gesagt ein Saftladen ist. Zu beachten ist auch, dass ich in dieser Sache nur ein Beobachter bin und sämtliche Informationen aus den unten verlinkten Quellen beziehe. Das hier ist und soll auf keinen Fall eine offizielle Stellungnahme sein!

Vor eineinhalb Wochen (6.April) tauchte in der wunderbaren Facebook Gruppe „Deutsche in Taiwan“ dieser Beitrag über zwei Taiwaner auf, die vor dem Taipei 101 mit Schildern Reparationen für im 1. Weltkrieg erlittene Leiden von Deutschland verlangen.

Ein Update dann letzte Woche (12. April) und ganz aktuell von heute (17. April) ein weiteres Update, mit dem wir dann auch den Nazibezug hergestellt hätten.

Um was geht es nun eigentlich? Die beiden netten Herren befinden sich, warum auch immer, wohl im Besitz einiger Banknoten der sogenannten Papiermark, die Währung der Inflationsjahre von 1919 bis 1923 in der Weimarer Republik (für den Hintergrund bitte diesen Wikipedia Artikel lesen)

Wir erinnern uns (als wäre es erst gestern gewesen) mit den folgenden Stichpunkten:

– Nachwirkungen des 1. Weltkriegs
– Weimarer Republik
– Hyperinflation

Ich glaube, selbst Nichtexperten kommen hier ziemlich schnell zum Schluss, dass man mit Banknoten mit aufgedruckten Werten in Millionen-, Milliarden- oder gar Billionenhöhe heutzutage weder zur nächsten Landesbank noch der Bundesbank gehen und sich diesen Nennbetrag dann in aktueller Währung zum Kurs von 1:1 auszahlen lassen kann. Wer es dennoch versuchen möchte, dem sie dieser Hinweis der Deutschen Bundesbank ans Herz gelegt:

Folgende Banknoten und Münzen werden nicht mehr zum Umtausch angenommen:

Banknoten und Münzen, die vor dem 20. Juni 1948 emittiert wurden.

1923 < 1948

Case closed?

Nun, im Bereich der Logik sicherlich ja, aber in Sachen Logik gelten in Taiwan ab und zu ganz eigene Gesetze…

Die netten Herren sind nämlich der Meinung, dass es sich bei den Banknoten um alte Kriegsanleihen handelt, die Taiwaner im damals von Japan besetzten Taiwan zwangsweise erwerben mussten. Daher die Forderung nach Reparationen aus dem 1. Weltkrieg.

Und klar, wenn man die folgende Passage aus dem oben verlinkten Wikipedia Artikel absichtlich falsch interpretiert (oder mit Google übersetzt), dann könnte man vielleicht … immer den eigenen Gesetzen taiwanischer Logik folgend … den Anspruch in gewisser Weise sogar nachvollziehen:

Da das Reich die Kosten der Kriegführung nur zu einem geringeren Teil durch Steuererhöhungen und Kriegsanleihen, zu einem erheblichen Teil aber durch die Ausgabe von Papiergeld finanzierte, kam es bereits während der Kriegsjahre zu einer erheblichen Inflation.

Was aber … wieder im Bereich der normalen Logik … natürlich Quatsch ist, weil die Nennwerte schon seit 1914 durch nichts mehr gedeckt waren und es überhaupt, niemals nie, einen entsprechenden Gegenwert gegeben hat. Also doch, halt bestenfalls ein Appel und ein Ei für 3 Milliarden Mark….

Nun bin ich kein Experte, weder in Geschichte, noch in Rechtswissenschaften (noch sonstwo). Kein Problem, denn in Taiwan kann man auch Rechtsberatungen von deutschen Anwälten bekommen, was im Falle der beiden netten Herren wohl auch in Anspruch genommen wurde. Zwar könnte man ab und zu vermuten, dass die juristische Logik und die taiwanische Logik in manchen Punkten kompatibel zueinander sind, aber in diesem Fall ist dies aus den oben und/oder noch weiteren Gründen zum Glück nicht der Fall.

Daher also jetzt die Masche, vor dem Taipei 101 (in dem auch das Deutsche Institut residiert) mit Plakaten und neuerdings also auch mit Hakenkreuzfahnen herumzulaufen, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Ach ja, ergänzend dazu muss noch erwähnt werden, dass die beiden Herren schon seit längerem auch schriftlich mit dem Deutschen Institut in Kontakt stehen, es also schon Versuche gegeben hat, den beiden Herren die Lage … nach normaler Logik … zu erklären, was allerdings wie wir sehen nichts genützt hat.

Was also tun? Das Zeigen von Nazisymbolen ist in Taiwan nicht strafbar. Das Demonstrieren vor dem Taipei 101 auch nicht, obwohl ich mir da gar nicht so sicher bin.

Ich fände es bislang sowieso unpassend, den beiden netten Herren irgendwas strafrechtliches zu wollen. Fußgänger an Kreuzungen schützende Polizisten sind in Taipei viel wichtiger!

Ich finde es allerdings auch schade, dass ich innerhalb von nur 4 Monaten schon wieder irgendwelche Hakenkreuzflaggen in Taiwan rumflattern sehen muss. Und ja, ich bin in der Lage, eine Swastika an einem buddhistischen Tempel von einem Hakenkreuz zu unterscheiden. Noch wichtiger in diesem Zusammenhang ist der folgende Satz:

Weil das Hakenkreuz Ideologie, Gewaltherrschaft und Verbrechen des Nationalsozialismus repräsentiert, wurde die politische Verwendung hakenkreuzförmiger Symbole seit 1945 in Deutschland, Österreich und weiteren Staaten verboten.

In Taiwan nicht.

Was jetzt auch nicht der Skandal ist, aber gerade Taiwan, dessen Gesellschaft noch im Nachklang der Ideologie, Gewaltherrschaft und Verbrechen des Weißen Terrors lebt, gerade dieses Taiwan sollte sich bewusst sein, dass eine absichtlich verzerrte … und jedweder Logik entbehrende … Darstellung der Geschichte mehr Schaden als Nutzen bringt.

Jetzt nicht Schaden für uns als Deutsche. Ich denke wir sind in der Lage, diesen Fall als das einzuordnen, was er (bislang) ist: eine Posse, eine billige Masche an Geld zu kommen.

Eher sehe ich den Schaden für Taiwan.

Ich finde es vollkommen unverständlich, dass eine Gesellschaft, die in Bezug auf ihr dunkelstes und schmerzhaftestes Kapitel ihrer Geschichte die Aufarbeitung gegenwärtig stark fordert und vorantreibt (Stichwort Transitional Justice) und in umgekehrter Richtung zu sehen, dass unser dunkelstes und schmerzhaftestes Kapitel, das nicht nur national, sondern auch international weitgehend aufgearbeitet und entsprechende Folgen umgesetzt werden (Hakenkreuzverbot, allgemeine Ächtung von Nazi-Verherrlichung), in Taiwan der Gegenstand von Unwissenheit, Geschäftemacherei und jetzt auch noch Ausnutzung ist.

Klingt zu hart? Finde ich nicht. Ein gutes Allgemeinwissen sollte in einer fortschrittlichen Industrienation keine all zu harte Herausforderung sein (der Satz kommt mittlerweile glaube in jedem Artikel vor). In Taiwan zu leben und zur Schule zu gehen, bedeutet nicht, nichts über die Nazizeit wissen zu können. Den Anspruch muss Taiwan einfach an sein eigenes Schulsystem stellen.

Und Deutschland?

Ausnahmen bestätigen dort (noch) die Regel. Die so genannte Reichsbürgerbewegung in Deutschland mit manchen Leuten, die ihre eigenen Königreiche ausrufen, ist vielleicht das Äquivalent zu diesen beiden Herren. Nicht der offen rechtsextreme Teil, sondern der bekloppte, obwohl sich beides natürlich gegenseitig nicht ausschließt. Der Unterschied zu Taiwan ist, dass über solche Spinner kritisch berichtet wird und auch für Außenstehende doch ziemlich klar ersichtlich sein sollte, dass die große Mehrheit solche Typen für vollkommen bescheuert hält.

Oder, gerade bei der Recherche gefunden, als der klassische Querulant:

Personen, die bei Behörden oder vor Gericht zum wiederholten Male unbegründete Anträge stellen, werden als Querulanten bezeichnet. Später wurde der Begriff von der Psychiatrie aufgegriffen und entweder als eigenes, wahnhaftes, oft paranoides Krankheitsbild, als Persönlichkeitsstörung oder als begleitendes Symptom anderer psychischer Störungen beschrieben.

Zurück zu Taiwan. Wie sich Taiwan um vermeintlich oder offensichtlich psychisch gestörte Menschen kümmert (nämlich wenig bis gar nicht), haben wir in den letzten Jahren zu oft als schockierende Ereignisse in den Nachrichten sehen müssen.

So weit wird es hier hoffentlich nicht kommen und man muss jetzt auch nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Es soll nur zeigen, dass es hier nicht nur die witzige Komponente zweier Spinner gibt, die nicht gerade unkreativ, aber mittlerweile etwas über die Stränge schlagend, versuchen an Geld zu kommen, sondern dass es in Taiwan auch Leute gibt, denen ich trotz der relativen hohen Sicherheit nachts nicht im Park begegnen möchte, Und tagsüber auch nicht….

Desweiteren sehe ich Taiwan als Gesellschaft hier in der Pflicht, solchen Vögeln klar zu machen, dass sie nicht nur sich, sondern zu einem Teil auch Taiwan als Ganzes der Lächerlichkeit preisgeben.

Der beste Umgang mit solchen Sachen ist der Hinweis, wie sehr man sich Außenstehenden gegenüber mit solchen Sachen blamiert (meinetwegen auch das Gesicht verliert, diese absolut abgenudelte Floskel).

Eine Fortsetzung folgt mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit und ich bin mal gespannt, wie weit unsere beiden netten Herren noch gehen wollen.

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Die bösen Geister von Guangfu

Nazis. Wenn man sich ein Thema vorstellt, mit dem man das politisch und gesellschaftlich sehr bescheidene Jahr 2016 beenden könnte, dann ist es wohl das Thema Nazis.

Schlimmer noch: Nazis an Heiligabend.

In Taiwan ist in den letzten Tagen ein Vorfall an der privaten Guangfu High School in Hsinchu durch die Medien gegangen, der zu einer sehr kontroversen Diskussion in sozialen Netzwerken, offiziellen Stellungnahmen des Deutschen Instituts und des Wirtschafts- und Kulturbüros Israels, mehreren taiwanischen Ministerien und dem Rücktritt des Schulleiters führte.

Durch Anklicken der obigen Links sollte sich jeder ein eigenes Bild von der Geschichte machen können.

Wie kann so etwas eigentlich passieren? Fragen sich mit Sicherheit viele und im ersten Moment herrschte auch in mir eine Mischung aus Fassungslosigkeit, Wut und dieses Gefühl, was in Internetforen immer so gerne als Kopf –> Tisch beschrieben wird.

Kann man wirklich auf einem Schulfest eine Naziparade nachstellen und dabei sämtliche Anzeichen einer möglichen Distanzierung ignorieren?

Man kann. Allerdings nicht aus Böswilligkeit, auch nicht durch Blödheit, sondern einfach durch Unwissenheit.

Den an dieser Parade teilnehmenden Schülern kann und sollte man keinen großen Vorwurf machen. Worauf man an dieser Stelle allerdings hinweisen sollte, ist meine eigene Erfahrung, dass die Nazizeit für einige Jugendliche in Taiwan eine gewisse Faszination ausübt. Auf Facebook gibt es mehrere taiwanische Gruppen, die sich mit dem Deutschen Reich befassen und deren Beiträge mitunter als sehr grenzwertig anzusehen sind. Zudem sind Nazisymbole in Taiwan frei und problemlos erhältlich, bis hin zu kompletten Kostümsammlungen, wie am Beispiel der Schule und auch hier zu sehen.

Leider, muss man sagen, ist Taiwan je nach regierender Partei wohl viel zu sehr mit seiner eigenen Geschichte beschäftigt als das Zeit für die Auseinandersetzung mit der Geschichte anderer Länder bestünde.

Was sich zum Glück ja jetzt ändern könnte. Und was auch sein muss. Dennoch bleibt bei mir das ungute Gefühl, das wohl immer erst das mit Abstand größte Fettnäpfchen getroffen werden muss, bevor überhaupt der Ansatz eines Umdenkens entsteht. Hätte unser eins dem taiwanischen Bildungsministeriums eine bessere oder überhaupt eine Befassung mit der Nazizeit im Schulunterricht vor dieser Geschichte empfohlen, wäre dieser Vorschlag mit Sicherheit ganz freundlich weggelächelt worden. Zumal er von einem Ausländer gekommen wäre…

Es ist nämlich beileibe nicht so, dass alle Taiwaner die Empörung über dieses Ereignis teilen. Der Facebook Beitrag des Deutschen Instituts gibt für den Chinesischkundigen ein interessantes Spiegelbild der taiwanischen Meinung wider.

Viele Taiwaner bedauern diesen Vorfall, einige entschuldigen sich sogar im Namen Taiwans, obwohl ich dafür keinen Anlass sehe … andere wiederum weisen auf das schlechte Schulsystem hin, an dem natürlich nur die ________ (verhasste Partei bitte einsetzen) Schuld ist, andere auf die Verbindung zwischen Nazideutschland und der Republik China (sehr lesenswerter Wikipedia-Artikel!) und einige sind der Meinung, dass solange Deutschland und Israel die Ein-China Politik verfolgen und die Republik China (Taiwan) nicht als eigenen Staat anerkennen, sie überhaupt kein Recht hätten auch nur irgendwas an Taiwan zu kritisieren.

Das Verhältnis der unterschiedlichen Reaktionen liegt meines Erachtens genauso, wie ich es auch sonst in Taiwan erlebe: 30-40-30, d.h.

30%, welche sich mit den Belangen anderer Länder befassen und die Geschehnisse dementsprechend einordnen können

40%, welche die Belange anderer Länder zwar erkennen, aber bei der erstbesten Gelegenheit wieder zur Innenpolitik Taiwans wechseln

30%, welche sich von der Mehrheit der Staaten der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen fühlen und sich daher für deren Belange nicht interessieren oder nur negativ darstellen möchten

Interessant daher dieser Artikel der Taipei Times und die Aussagen des Vorsitzenden der (chinafreundlichen) New Party Yok Mu-ming:

Separately yesterday, New Party Chairman Yok Mu-ming (郁慕明) issued a statement urging the Presidential Office to apologize to the students for throwing them under the bus over the cosplay event simply because of opposition from Westerners.

“It was just a student event that school authorities did not have a hand in creating the content for, as it was aimed at facilitating creativity … not advocating Nazi ideology,” Yok said, adding that the public had blown the issue out of proportion.

Yok said the real “modern Nazis” are the DPP government, which has beautified the Japanese colonial era, as well as members of the 2014 Sunflower movement who cut classes, staged demonstrations and illegally occupied government buildings.

Wer meint, dass Ausländerfeindlichkeit, Verharmlosung der Geschichte und stumpfer Populismus eine deutsche  oder amerikanische Spezialität des Jahres 2016 sei, der kennt sich wahrscheinlich noch nicht genug mit taiwanischer Innenpolitik aus. Anderes als in Deutschland und in den USA, sind die Taiwaner aber schlau genug, solchen Vögeln kein politisches Mandat zu erteilen.

Was bleibt also?

Zum einen die Hoffnung, dass die Schüler, Lehrer und Schulbehörden etwas aus dieser Sache lernen, obwohl ich mich jetzt nicht der Illusion hingeben würde, dass sich etwas Grundlegendes am taiwanischen Schulsystem ändern wird.

Zum anderen die nach wie vor für mich sehr traurige Erkenntnis, dass ich mich mit den meisten Taiwanern weiterhin nicht neutral über welthistorische und weltpolitische Themen unterhalten kann.

Zum Schluss noch ein weiterer Gedanke:

Man ist bei so einer Sache ja immer schnell dabei, den Schulen Unfähigkeit zu unterstellen. Und natürlich trifft hier ein gewisser Grad der Unfähigkeit auch zu, denn der verantwortliche Lehrer hätten sich um die Symbolik nicht nur sorgen müssen. Laut Aussage des Lehrers hatte er die Klasse bei der Abstimmung über dieses Thema schon darauf aufmerksam gemacht, dass es falsch aufgefasst werden könnte, die Klasse aber trotzdem weiterhin gewähren lassen.

Andererseits habe ich mir mal überlegt, inwiefern ich etwas über die Geschichte Asiens während meiner Gymnasialzeit in den neunziger Jahren gelernt habe und komme dabei auf das Ergebnis: 0

Sollte es bei dir anders gewesen sein, dann poste doch bitte einen Kommentar, denn ich zweifle etwas daran, dass im deutschen Geschichtsunterricht derselbe Stand zu Asien herrscht, den sich einige jetzt für den taiwanischen Geschichtsunterricht zu Europa wünschen.

Zwischen den Zeilen…

Innenministerium: Keine Nationalflagge auf Sarg des verstorbenen Fischers

Das Innenministerium sieht keine Möglichkeit, den Sarg des am Freitag verstorbenen Fischers mit der Nationalflagge zu bedecken.

Die dazu speziell bei der False Flag Folding Force im amerikanischen Flagstaff ausgebildeten Soldaten leiden nach der anstrengenden dreijährigen Ausbildungszeit alle an chronischer Sehnenscheidenentzündung und können sich nachts noch nicht einmal mehr zudecken.

Der Fischer war in seinem Boot wegen einer fälschlicherweise abgeschossenen Rakete der taiwanischen Marine getötet worden.   Die Familie des Fischers hatte darum gebeten, den Sarg des Verstorbenen Huang Wen-chung mit der Nationalflagge zu bedecken.

Abgesehen davon, dass ich mir als Angehöriger wohl als Letztes wünschen würde, den Sarg meines vom Militär getöteten Vaters/Onkels/Bruders mit dem Symbol militärischer Beisetzungen zu versehen, so spielt meine persönliche Meinung in dem Fall keine Rolle und im Kontext, dass der Mann vom Militär getötet wurde, könnte man die Bedeckung des Sarges mit der Nationalflagge auch als Zeichen des Versuchs einer Bitte um Vergebung interpretieren. Aber…

Das Verteidigungsministerium, dass in diesem Fall zuständig ist, hatte die Familie von der Idee abbringen können.

So weit kann das Verteidigungsministerium wahrscheinlich nicht denken.

Der Abteilungsleiter für zivile Fragen im Innenministerium, Luo Rui-ching, sagte heute, dass die Richtlinien für die Verwendung der Nationalflagge auch nicht klar erfüllt seien:   „In dieser Sache ist unser Verständnis dahingehend, dass das Verteidigungsministerium uns noch nicht berichtet hat. Es ist ja so, dass die Voraussetzungen für die Verwendung der Nationalflagge auf dem Sarg nicht klar erfüllt sind. Das wäre zum Beispiel der Tod eines Soldaten auf seinem Posten, oder wenn sich der Verstorbene für das Wohl der Gesellschaft geopfert hätte. Daher denken wir, wird das Verteidigungsministerium das anders lösen.“

Es ist ja so, dass nicht jeder einfache Fischer, der mit seinem Kutter irgendwo in der Taiwanstraße kreuzt und von einer in Richtung China unter Missachtung sämtlicher Vorsichtsmaßnahmen versehentlich abgeschossenen Rakete zerfetzt wird, ein Anrecht auf die Nationalflagge auf seinem Sarg hätte. Da könnte ja echt jeder kommen!

Wäre jetzt zum Beispiel der Soldat zum Zeitpunkt des Raketenabschusses auf seinem Posten zu Tode erschreckt worden, weil solche Raketen echt laut sind, dann hätte dieser natürlich die notwendigen Voraussetzungen für die Nationalflagge auf seinem Sarg erfüllt.

Das Verteidigungsministerium wird das sicherlich anders lösen, denn die Vorschriften müssen nun einmal strikt eingehalten werden (immer Freitags 10-12 Uhr oder wenn PräsidentIn kommt!).

Guck mal wer da spricht!

Aus aktuellem Anlass hier die offizielle englische Übersetzung der Antrittsrede von Tsai Ying-Wen, der ab dem heutigen Tage amtierenden Präsidenten Taiwans, aufgelockert mit ein paar Anmerkungen meinerseits, um bei dem langen Text nicht mittendrin wegzunicken.

Esteemed heads of state and guests from our diplomatic allies, distinguished ambassadors and representatives, dear friends, our fellow citizens across the country:

Hallo Ying-Wen!

Our Gratitude and Responsibilities

Just moments ago, in the Presidential Office building, Dr. Chen Chien-jen and I were officially sworn in as the 14th President and Vice President of the Republic of China. We must express our gratitude to this land for nurturing us and to the people for placing their trust in us. Most importantly, we deeply appreciate the democratic institutions of this country, which have allowed us to accomplish Taiwan’s third transition of political power through a peaceful electoral process. We also overcame many uncertainties throughout a four months-long transition period that concluded peacefully today.

Once again, the people of Taiwan have shown the world through our actions that we, as a free and democratic people, are committed to the defense of our freedom and democracy as a way of life. Each and every one of us participated in this journey. My dear fellow Taiwanese, we did it.

Ohrwurm!

I would like to tell you that, regarding the results of the January 16th elections, I have always had one interpretation only. The people elected a new president and new government with one single expectation: solving problems.

Könnte sein.

At this very moment, Taiwan faces a difficult situation that requires its leaders to shoulder the burdens without hesitation. This is something I will not forget. I would also like to tell you that, the multitude of challenges before us require that we face them honestly and shoulder the responsibilities together.

Du wird aber schon das Sagen haben, oder?

Therefore, this speech is an invitation. I invite every fellow citizen to carry the future of this country.

Hab mich dazu vor 12 Jahren zwar schon selbst eingeladen, aber trotzdem Danke.

It is not the leader who makes a country great; it is the collective striving of the people that makes this country great. A president should not only unite her own supporters; she should unite the entire country. To stand united for change — that is my earnest hope for this country. Here, I sincerely call on everyone to give this country a chance.

Let us leave behind the prejudices and conflicts of the past, and together fulfill the mission that the new era has entrusted to us.

Mal sehen, ob der Satz noch gilt, wenn die DPP die Parlamentsmehrheit irgendwann verliert 😉

At this moment and as President, I declare to the citizens of this country that my administration will demonstrate resolve in spearheading this country’s reform, and will never back down.

Genau das ist glaube das Anforderungsprofil für deine Stelle.

Building a Better Country for the Younger Generation

The path forward is not a smooth one. Taiwan needs a new government that readily takes on each and every challenge. And it is my job to lead such a government.

Auftrag erkannt!

Our pension system will go bankrupt without reform.

Ja.

Our rigid educational system is increasingly out of touch with society. Our energy and resources are limited, and our economy lacks momentum, with the old model of OEM manufacturing facing a bottleneck. This country urgently needs a new model for economic development.

Ja.

Our population is rapidly aging, while the long-term care system remains inadequate.

Ja.

Our birthrate remains low, while a sound childcare system seems a distant prospect.

Ja.

Our environment still suffers from severe pollution.

Ja.

Our country’s fiscal situation is far from optimistic.

Ja.

Our judicial system has lost the trust of the people.

Ja.

Our families are deeply disturbed by food safety scandals.

Ja.

Our wealth disparities are still widening.

Ja.

Our social safety net is full of holes.

Ja. Moment? Welches soziales Netz?

Most importantly, and I must stress: our young people still suffer from low wages. Their lives are stuck, and they feel helpless and confused about the future.

Gibt auch Jugendliche, die auch so hilflos und verwirrt sind, aber das ist ein Thema für sich.

Young people’s future is the government’s responsibility. If unfriendly structures persist, the situation for young people will never improve, no matter how many elite talents we have. My self-expectation is that, within my term as President, I will tackle this country’s problems step by step, starting with the basic structure.

Na dann mal los!

This is what I want to do for the young people of Taiwan. Although I cannot give every young person a raise instantly, I can promise that the new administration will initiate actions immediately. Please give us some time, and please join us on this journey of reform.

Ja ok, aber dann los!

To change young people’s predicament is to change a country’s predicament. When its young people have no future, a country is certain to have no future. It is the solemn duty of the new administration to help young people overcome difficulties, achieve generational justice, and deliver to the next generation a better country.

Öhm, ja klar.

●1. Transforming Economic Structures

To build a better country, going forward, the new administration must accomplish the following tasks. The first is to transform Taiwan’s economic structure. This is the most formidable task that the new administration must take on. We must not think lightly of ourselves, and we must not lose confidence. Taiwan enjoys many advantages that other countries lack.

Kann man mal vorsichtig bestätigen.

We have the vibrancy and resilience of a maritime economy, high quality human resources, the pragmatic and reliable culture of engineers, a well-developed industrial chain, nimble and agile small and medium enterprises, and of course, our relentless entrepreneurial spirit. In order to completely transform Taiwan’s economy, from this moment on, we must bravely chart a different course – and that is to build a „New Model for Economic Development“ for Taiwan.

Slogans machen sich immer gut!

The new administration will pursue a new economic model for sustainable development based on the core values of innovation, employment and equitable distribution. The first step of reform is to strengthen the vitality and autonomy of our economy, reinforce Taiwan’s global and regional connections, and actively participate in multilateral and bilateral economic cooperation as well as free trade negotiations including the TPP and RCEP.

Verhandlungen im Sinne von Verhandlungen oder vom Verhandlungspartner erpresst werden?

We will also promote a „New Southbound Policy“ in order to elevate the scope and diversity of our external economy, and to bid farewell to our past overreliance on a single market.

Im Süden ist es ja meistens besser (…sag ich als fast noch Norddeutscher)

Furthermore, the new administration believes that the only way for Taiwan to overcome the current economic stagnation is to stimulate new momentum for growth. Our export and domestic demand will serve as twin engines for growth, allowing business production to become closely integrated with the livelihoods of the people, while building close ties between foreign trade and the local economy.

Das finde ich interessant. Der seit vielen Monaten rückläufige Exportsektor soll als einer von zwei Wachstumsmotoren laufen. Wie denn?

We will prioritize our plans to promote five major innovative industries, with the goal of reshaping Taiwan’s global competitiveness. By protecting labor rights, we will also actively raise productivity and allow wages to grow in lockstep with the economy.

Ach so einfach geht das!

This is a crucial moment for Taiwan’s economic development. We have the resolve and the ability to communicate. Going forward, we have systematic plans to engage in interagency cooperation, in order to consolidate the strength of the entire country and bring forth this new model.

As we pursue economic development, we must not forget our responsibility to the environment. Our New Model for Economic Development will be fully integrated with national land-use planning, regional development and environmental sustainability. Industrial planning strategy and national land-use should not be fragmented or shortsighted.

Jo.

We must also pursue balanced regional development, which requires planning and coordination by the central administration. And it requires our local governments to uphold the spirit of regional joint governance.

Und wenn es nicht klappt, dann kann man die Verantwortung den Lokalregierungen zuschieben.

We must not endlessly expend natural resources and the health of our citizens as we have done in the past. Therefore, we will strictly monitor and control all sources of pollution. We will also bring Taiwan into an age of circular economy, turning waste into renewable resources. We will gradually adjust our energy options based on the concepts of sustainability.

Aber keine Windräder in meinem Garten!

The new administration will seriously address issues related to climate change, land conservation and disaster prevention. After all, we only have one earth, and we only have one Taiwan.

Tatsache!

●2. Strengthening the Social Safety Net

The second area that the new government must address is to strengthen Taiwan’s social safety net. Over the past few years, several incidents of violent crime affecting the safety of children and youth have shaken our entire society.

However, a government cannot remain in a state of shock. It must demonstrate empathy. No one can endure the pain and suffering on behalf of the victims‘ families. However, the government, and especially the first responders, must let the victims and their family members feel that, when unfortunate incidents occur, the government is on their side.

Beyond offering empathy, the government should propose solutions. We must do everything we can to prevent the repeated occurrences of tragedy, by swiftly mending holes in areas such as public safety, education, mental health and social work. The new administration will address these issues with the utmost seriousness and readiness to act, particularly on public safety and anti-drug efforts.

Ach so…es geht hier gar nicht um das soziale Netz, um sozial Schwache zu unterstützen, sondern eher sich vor sozial Schwachen oder geistig gestörten Menschen zu schützen.

The issue of pension reform is crucial for the survival and development of Taiwan. We should not hesitate, nor should we act in haste. Vice President Chen Chien-jen is spearheading the establishment of a Pension Reform Committee. Previous administrations have devoted some effort to this issue, but public participation was inadequate. The new government will launch a collective negotiation process, because pension reform must unite everyone involved.

Erst mal ne Arbeitsgruppe gründen!

For this reason, we will convene a national congress on pension reform that brings together representatives from different social classes and occupations to engage in negotiations on the basis of societal unity. Within a year, we will offer a workable proposal for reform. Whether you are employed in the private or the public sector, life after retirement for every citizen should receive fair protection.

Should….sollte. Warum sagst du nicht must…muss?

Furthermore, on the issue of long-term care, we will establish a high-quality, affordable and extensive long-term care system. Like pension reform, long-term care is a process of social mobilization. The new administration’s approach is for the government to lead and plan, while encouraging citizens to organize in communities; through the efforts of collective social assistance, our goal is to build an adequate and comprehensive system.

Every senior citizen can comfortably enjoy life after retirement in a community they are familiar with. Every family will see their burden of care lightened. We cannot leave senior care entirely to the free market. We will take up our responsibilities, plan and implement step by step, and get adequately prepared for the arrival of a hyper-aging society.

Ohrwurm!

●3. Social Fairness and Justice

The third area the new government must address is social fairness and justice. On this issue, the new government will continue to work with civil society to align its policies with the values of diversity, equality, openness, transparency, and human rights, so as to deepen and evolve Taiwan’s democratic institutions.

Wenn man da die Gesellschaft nichts dagegen hat…

For the new democratic system to move forward, we must first find a way to face the past together. I will establish a Truth and Reconciliation Commission inside the Presidential Office, to address the historical past in the most sincere and cautious manner. The goal of transitional justice is to pursue true social reconciliation, so that all Taiwanese can take to heart the mistakes of that era.

Um alte Wunden zu heilen also erstmal alte Wunden aufreißen?

We will begin by investigating and sorting through the facts. Within the next three years, we plan to complete Taiwan’s own investigative report on transitional justice. Follow-up work on transitional justice will then be carried out in accordance with the truth unveiled by the report. We will discover the truth, heal wounds, and clarify responsibilities. From here on out, history will no longer divide Taiwan. Instead, it will propel Taiwan forward.

Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen. – Pablo Picasso

Also related to fairness and justice, I will uphold the same principles when addressing issues concerning Taiwan’s indigenous peoples. At today’s Inauguration Ceremony, before they sang the national anthem, the indigenous children first sang the traditional melodies of their tribes. This means that we dare not forget who arrived first on this island.

The new government will address issues concerning indigenous peoples with an apologetic attitude. My administration will work to rebuild an indigenous historical perspective, progressively promote indigenous autonomous governance, restore indigenous languages and cultures, and improve the livelihood of indigenous communities.

Hoffen wir mal.

Next, the new government will actively promote judicial reform. At this juncture, this is the issue the people of Taiwan care the most about. The general sentiment is that the judicial system is not close to the people, and is not trusted by them. It is unable to fight crime effectively, and has lost its function as the last line of defense for justice.

Also machen wir erstmal ne Arbeitsgruppe!

To demonstrate the new government’s resolve, we will hold a national congress on judicial issues this coming October. By allowing public participation and letting in social forces, we will advance judicial reform together. The judicial system must respond to the needs of the people. It will no longer be a judicial system for legal professionals only, but for everyone. Judicial reform is not only the business of legal professionals; it must be inclusive. These are my expectations for judicial reform.

Jo! Strafgesetzreformen by the People und nicht diesen komischen Leuten, die den Kram studiert haben, aber kein Mensch versteht! In Taiwan bekommt man schließlich auch einen Führerschein ohne jemals auf einer normalen Straße gefahren zu sein!

●4. Regional Peace and Stability and Cross-Strait Relations

The fourth area for the new government to address is regional peace, stability and development, as well as the proper management of cross-Strait relations. Over the past 30 years, Asia and the world have undergone dramatic changes. And governments have become increasingly concerned over global and regional economic stability and collective security.

Taiwan has always played an indispensable role in the region’s development.

Inwiefern?

But in recent years, regional dynamics have been changing rapidly. If Taiwan does not effectively use its strengths and leverage to proactively participate in regional affairs, it will not only become insignificant, it may even become marginalized and lose the ability to determine its own future.

Erklär mal genauer!

But where there is crisis, there is opportunity.

Bringst du (oder der Übersetzer) echt diese auf einer falschen Übersetzung beruhende Redewendung?

The present stage of Taiwan’s economic development is highly connected and complementary with many countries in the region. If our efforts to build a New Model for Economic Development can be linked to other Asian and Asia-Pacific countries through cooperation, to jointly shape future development strategies, we will not just contribute to the region’s innovation.

Hast du oben doch schon erwähnt!

We will also contribute greatly to the region’s structural adjustment and sustainable development. Together with other members of this region, we will forge an intimate sense of „economic community.“

South Asian Union … S.A….okay lassen wir das.

We will share resources, talents and markets with other countries to achieve economies of scale and to allow the efficient use of resources. This is the spirit on which our „New Southbound Policy“ is based. We will broaden exchanges and cooperation with regional neighbors in areas such as technology, culture and commerce, and expand in particular our dynamic relationships with ASEAN and India.

Wurden die Lockerungen für die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer nicht grad erst wieder auf Eis gelegt?

We are also willing to engage in candid exchanges and pursue possibilities for cooperation and collaboration with the other side of the Strait on our common participation in regional development.

As we actively develop our economy, the security situation in the Asia-Pacific region is becoming increasingly complex. Cross-Strait relations have become an integral part of building regional peace and collective security. In this process, Taiwan will be a „staunch guardian of peace“ that actively participates and is never absent. We will work to maintain peace and stability in cross-Strait relations. We will make efforts to facilitate domestic reconciliation, strengthen our democratic institutions, consolidate consensus, and present a united position to the outside world.

Ok.

For us to accomplish our goals, dialogue and communication are absolutely crucial. Taiwan will also become a „proactive communicator for peace.“ We will establish mechanisms for intensive and routine communications with all parties involved, and exchange views at all times to prevent misjudgment, establish mutual trust, and effectively resolve disputes. We will handle related disputes in adherence to the principles of maintaining peace and sharing interests.

I was elected President in accordance with the Constitution of the Republic of China, thus it is my responsibility to safeguard the sovereignty and territory of the Republic of China; regarding problems arising in the East China Sea and South China Sea, we propose setting aside disputes so as to enable joint development.

Und wie legt man Konflikte am besten beiseite? Indem man meint stets im Recht zu sein wohl nicht.

We will also work to maintain the existing mechanisms for dialogue and communication across the Taiwan Strait. In 1992, the two institutions representing each side across the Strait (SEF & ARATS), through communication and negotiations, arrived at various joint acknowledgements and understandings.

It was done in a spirit of mutual understanding and a political attitude of seeking common ground while setting aside differences. I respect this historical fact. Since 1992, over twenty years of interactions and negotiations across the Strait have enabled and accumulated outcomes which both sides must collectively cherish and sustain; and it is based on such existing realities and political foundations that the stable and peaceful development of the cross-Strait relationship must be continuously promoted.

Großer Onkel hört zu. Mach mal weiter.

The new government will conduct cross-Strait affairs in accordance with the Republic of China Constitution, the Act Governing Relations Between the People of Taiwan Area and the Mainland Area, and other relevant legislation. The two governing parties across the Strait must set aside the baggage of history, and engage in positive dialogue, for the benefit of the people on both sides.

Genau, Schwamm drüber!

By existing political foundations, I refer to a number of key elements. The first element is the fact of the 1992 talks between the two institutions representing each side across the Strait (SEF & ARATS), when there was joint acknowledgement of setting aside differences to seek common ground. This is a historical fact. The second element is the existing Republic of China constitutional order. The third element pertains to the outcomes of over twenty years of negotiations and interactions across the Strait. And the fourth relates to the democratic principle and prevalent will of the people of Taiwan.

Aber fünftens zählen die vier ersten Punkte natürlich herzlich wenig, wenn einer der ganz Großen mal die Geduld mit Taiwan verlieren sollte.

●5. Diplomatic and Global Issues

The fifth area for the new government to take up is to fulfill our duty as a citizen of the world and contribute towards diplomatic and global issues. We will bring Taiwan closer to the world, and the world closer to Taiwan. With us here today are many heads of state and delegations.

Hallo Obama! Oh…tschuldigung, Verwechslung!

I would like to thank them for their longstanding assistance to Taiwan and for giving us the opportunity to participate in the international community. Going forward, through governmental interactions, business investment and people-to-people collaborations, we will continue to share Taiwan’s experience in economic development and build lasting partnerships with our allies.

Und der eine oder andere Scheck ist natürlich immer drin.

Taiwan has been a model citizen in global civil society. Since our democratization, we have persisted in upholding the universal values of peace, freedom, democracy and human rights. It is with this spirit that we join the alliance of shared values and concerns for global issues. We will continue to deepen our relationships with friendly democracies including the United States, Japan and Europe to advance multifaceted cooperation on the basis of shared values.

Das mit den Menschenrechten und so müsste man nochmal diskutieren, aber ich versteh schon, warum du das so sagen musst.

We will proactively participate in international economic and trade cooperation and rule-making, steadfastly defend the global economic order, and integrate into important regional trade and commercial architecture. We will also not be absent on the prevention of global warming and climate change.

Wirtschaft stärken und das Klima retten! Lesen Sie hierzu auch den Erfahrungsbericht eines international agierenden Konzerns aus Wolfsburg…

We will create within the Executive Yuan an office for energy and carbon-reduction. We will regularly review goals for cutting greenhouse gas emissions in accordance with the agreement negotiated at the COP21 meeting in Paris. Together with friendly nations we will safeguard a sustainable earth.

Und die unfreundlichen Nationen werden wir gnadenlos ausbuhen (…es sei denn, es sind unsere diplomatischen Verbündeten)

At the same time, the new government will support and participate in international cooperation on emerging global issues including humanitarian aid, medical assistance, disease prevention and research, anti-terrorism cooperation and jointly tackling transnational crime. Taiwan will be an indispensable partner for the international community.

„Wir werden ein Partner sein, den sie nicht ablehnen könnt!“, sagte die Chefin und strich sich eine Falte aus dem Hosenanzug.

●Conclusion

From the first direct Presidential Election in 1996 to today, exactly 20 years have gone by.

Verdammt! Das heißt ja auch, dass ich im Vergleich zu 1996 genau 20 Jahre älter bin! Du übrigens auch!

Thanks to two decades of hard work by successive governments and civil society, we have overcome many obstacles that emerging democracies must confront. Throughout this process, we have had many touching moments and stories. But like other countries, we have also experienced anxiety, unease, contradictions and conflict.

Welche jetzt genau?

We have witnessed confrontation within society; confrontation between progressive and conservative forces, between pro-environment and pro-development views, and between political ideologies. These confrontations have sparked the energy for mobilization during election seasons. But also because of these dichotomies, our democracy gradually lost its ability to solve problems.

Geht in die richtige Richtung.

Democracy is a process. In every era, those who work in politics must recognize clearly the responsibilities they shoulder. Democracy can move forward, but it can also fall backwards. Standing here today, I want to say to everyone: for us, falling backwards is not an option.

Deswegen mag ich kein Politikersprech. Natürlich ist ein Zurückfallen eine Option. Die Tatsache, dass dir diese Option nicht gefällt, lässt sie ja nicht in Luft auflösen.

The new government’s duty is to move Taiwan’s democracy forward to the next stage: before, democracy was about winning or losing the election. Now, democracy is about the welfare of the people. Before, democracy was a showdown between two opposing values. Now, democracy is a conversation between many diverse values.

Ich bin zwar kein Politologe, aber irgendwas stimmt hier nicht.

To build a „united democracy“ that is not hijacked by ideology; to build an „efficient democracy“ that responds to the problems of society and economy; to build a „pragmatic democracy“ that takes care of the people – this is the significance of the new era.

Nö, das sind einfach die Grundzüge eines Landes, in dem es sich zu leben lohnt. Häng die Trauben doch nicht so hoch.

As long as we believe, the new era will arrive. As long as our leaders have unwavering faith, the new era will be born in the hands of our generation. Dear fellow Taiwanese, this speech is coming to a close, but reforms are just about to start. From this moment on, the weight of the country rests upon the new government. It is my duty for you all to see this country change.

Ohrwurm!

History will remember this courageous generation. This country’s prosperity, dignity, unity, confidence and justice all bear the marks of our struggle. History will remember our courage. It will remember that in the year 2016, we took this country in a new direction. Everyone on this land can be proud of having participated in changing Taiwan.

So, und jetzt alle mal drücken!

In the earlier performance, I was really touched by a verse in the lyrics of a song:

„Today is the day, my brave fellow Taiwanese.“

Dear fellow citizens, dear 23 million people of Taiwan: the wait is over. Today is the day. Today, tomorrow, and on every day to come, we shall all vow to be a Taiwanese who safeguards democracy, freedom, and this country.

Ich darf aber gar kein Taiwanese sein…

Thank you.

Keine Ursache.

Und bevor jetzt böse Antworten kommen:

Natürlich sind die Kommentare gehässig, natürlich sind sie unfair. Das ganze Leben ist unfair und die Situation Taiwans im ganz Speziellen. Und was Taiwan aus seiner unfairen Situation macht ist toll.

Das verdeckt aber nicht die Tatsache, dass Worte allein nichts bewegen. Ich persönlich erwarte nichts von der neuen Regierung, würde mich allerdings riesig freuen, wenn sie mich positiv überrascht. Kredit bekommt die neue Regierung von mir aber nicht, ich bekomme ja schließlich auch keinen Kredit von einer taiwanischen Bank…

Imponiert hätte mir eine Rede im Stile von „Ich danke für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger. Nicht an meinen Worten, sondern an meinen Taten möchte ich gemessen werden. Daher beende ich diese Rede genau hier, um mit meiner Arbeit zu beginnen“.

Und genau deswegen werde ich in diesem Leben auch kein Politiker mehr…

Traurig, Wütend, Erstaunt

Eine Nachricht, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Mag in diesen Zeiten eine abgedroschene Floskel sein, aber ist nun mal die wahrscheinlich treffendste Beschreibung dessen, wie ich gestern auf die traurige Nachricht aus Taipeh reagiert habe. Ein vierjähriges Mädchen wird auf offener Straße vor den Augen ihrer Mutter enthauptet. Surreal. Grausam. Horror. Schlimmer als IS, was eigentlich die Überschrift dieses Artikels sein sollte, aber die Ereignisse und die Gefühlslage im Laufe des Tages lassen sich noch besser mit den folgenden Reaktionen beschreiben:

Traurig

Als Vater einer ebenfalls vierjährigen Tochter geht ein solches Verbrechen über meinen eigenen Verstand hinaus. Ich kann darüber nicht rational nachdenken, mich nicht in den Täter hineinversetzen, mir nicht überlegen, was für ein Motiv für diese Tat bestünde. Die einzige Erklärung ist der blanke Wahnsinn, eine krankhafte Psyche, etwas was man nicht kontrollieren kann … und gleichzeitig kommt dabei die Frage auf, warum jemand in so einem Zustand frei durch Taipeh laufen, sich vor der Tat ein Hackmesser kaufen und dann auf sein Opfer warten kann. Und an diesem Punkt setzt dann der vom Verstand gesteuerte Schutzreflex ein. Ich will es mir nicht vorstellen, ich will es auch nicht erklärt haben, und am liebsten hätte ich es gar nicht gelesen oder gehört.

Es ist einfach nur perfide, gerade weil es keinen Schutz davor gibt.

Ich gehe jeden Morgen, wenn ich meine Tochter in den Kindergarten bringe, durch einen kleinen Park mit einem Spielplatz. Was bin ich froh außer der trostlosen Mischung aus grauem Asphalt, parkenden Autos und alten und noch lange nicht fertig gebauten Häusern ein kleines grünes Fleckchen auf unserem täglichen Weg zu haben, mit echtem Gras und dicht nebeneinander stehenden Bäumen, die im Herbst sogar ein wenig Laub abwerfen. Wer schon lange in Taiwan lebt, wird das zu schätzen wissen.

In diesem Park sitzt fast jeden Morgen aber auch ein Typ auf einer Bank und starrt einfach nur ins Leere. Heute morgen hing er mit dem Kopf über der Rückenlehne und hat geschlafen, oder so getan. Ich gehe davon aus, dass er harmlos ist, weil wir mittlerweile dutzende vielleicht sogar hundert Male durch diesen Park und an diesem Typen vorbeigegangen sind. Wirklich sicher kann man sich aber nie sein.

Wütend

Laut diversen Magazinen und Instituten, die zwar niemand wirklich kennt, aber dennoch gern zitiert werden, ist Taiwan das zweitsicherste Land der Welt.

Und richtig. Im Vergleich zu gestern fürchte ich mich heute kein bisschen mehr vor einem Verbrechen in Taiwan, allerdings auch nicht weniger. Und trotzdem kann man die Liste des Grauens in den letzten Jahren nicht einfach so als Zufallsprodukt ansehen. Ich bin absolut kein Verfechter von Katastrophen-Rankings, aber um die folgenden Ausführungen zu verstehen, muss man sich mit den Taten zumindest oberflächlich befassen.

In aller Kürze:

21. Mai 2014 Taipeh Metro

4 Tote, 24 Verletzte bei einer Messerattacke in der U-Bahn

Täter ist ein 21-jähriger Student, der mal „etwas großes“ machen wollte

https://en.wikipedia.org/wiki/2014_Taipei_Metro_attack

29. Mai 2015 Taipeh

8-jähriges Schulmädchen in Taipeh auf der Schultoilette erstochen

29-jähriger Mann, der „von Stimmen, sozialem Druck und Arbeitslosigkeit“ zur Tat getrieben wurde

http://focustaiwan.tw/search/201505290029.aspx

20. Juli 2015 Taipeh Metro

4 Verletzte bei einer Messerattacke in der U-Bahn

27-jähriger Mann, der lange arbeitlos war und „schlechte Laune“ hatte

http://focustaiwan.tw/search/201507200026.aspx

Am selben Tag attackiert ein 15-jähriger Schüler eine Frau und einen Mann auf offener Straße in Taipeh.

Der Täter wollte „Menschen töten wie Cheng Chieh“ (siehe Taipei Metro 2014)

http://focustaiwan.tw/search/201507210001.aspx

1. Januar 2016 Taipeh Metro

Ein als „emotional instabiler“ 53-jähriger Mann bringt 4 Messer mit in die U-Bahn, wird von der Polizei nach dem Hinweis eines Fahrgastes verhaftet, ein Polizist wird bei der Annäherung an den Mann verletzt.

http://focustaiwan.tw/search/201601010024.aspx

28. März 2016 Taipeh

Ein 4-jähriges Mädchen wird in Taipeh auf offener Straße vor den Augen ihrer Mutter enthauptet.

Der 33-jährige Täter, gegenwärtig arbeitslos, wegen Drogendelikten vorbestraft,
begab sich 2014 ein Mal in eine psychiatrische Klink

http://focustaiwan.tw/news/asoc/201603280022.aspx

Am Tag darauf:

29. März 2016 Taipeh Metro

Ein Polizist der Taipeh Metro wird bei einer Messerattacke an Kopf und Rücken verletzt.

Der 28-jährige Täter, gegenwärtig arbeitslos, gibt als Motiv an, dass er „Polizisten einfach hasst“. Er war in psychiatrischer Behandlung und im Besitz eines Behindertenausweises.

http://focustaiwan.tw/news/asoc/201603290014.aspx

Um jetzt aber nicht den Eindruck zu erwecken, dass sich das Böse nur auf Taipeh konzentriert:

1. Dezember 2012 Tainan

Ein 10-jähriger wird auf der Toilette einer Spielhalle die Kehle durchgeschnitten

Der Täter, 29 Jahre, männlich, lange Zeit arbeitslos, überschuldet, von Familie entfremdet, leidet nach eigenen Angaben unter psychischen Problemen

Wollte töten, um lebenslang ins Gefängnis zu kommen, weil es ihm dort besser geht als in Freiheit

http://www.chinapost.com.tw/taiwan/local/tainan/2012/12/02/362795/Man-confesses.htm

Fällt etwas auf? In allen Fällen sind die Täter männlich und auf die ein oder andere Art Verlierertypen. Diese Täterbeschreibung kennen wir von Amokläufen in Deutschland und den USA zu genüge. Man kann es sich jetzt einfach machen und behaupten, dass diese Taten Einzelfälle sind weiterhin so tun, dass doch eigentlich alles in Ordnung sei. Man könnte aber auch mal darüber nachdenken, warum es in den letzten Jahren „mehr Einzelfälle“ gibt als es früher der Fall gewesen zu sein scheint.

Erstaunlicherweise hatte jemand im letzten Jahr bereits diesen Gedanken: http://focustaiwan.tw/search/201507210033.aspx

Was daraus geworden ist, weiß ich nicht, wahrscheinlich wohl nichts. Wahrscheinlich hat man sich auch ablenken lassen von der Terrorgefahr, in der sich Taiwan nach dem Auftauchen der ROC Flagge in einem IS Drohvideo angeblich befinden soll.

Aber damit ist jetzt Schluss! Jetzt wird gehandelt! Nicht weniger als 12 Stunden nach der Tat wurde bekanntgegeben, dass noch in dieser Woche über eine verschärfte Anwendung der Todesstrafe debattiert werden wird.

http://focustaiwan.tw/news/asoc/201603280033.aspx

Moment … war im vorletzten Bericht nicht die Rede von einer sich besser kümmernden Gesellschaft? Und hatte ich mir für diesen Artikel angesichts des traurigen Themas nicht eigentlich vorgenommen, ohne Sarkasmus auskommen zu wollen? War wohl beides ein Wunschtraum (…und dennoch werde ich versuchen mich zurückzuhalten)

Ob der Täter die Todesstrafe verdient hat? Keine Frage.

Ob die Todesstrafe solche Verbrechen verhindern kann? Natürlich nicht.

Ob man über eine Verschärfung der Todesstrafe direkt nach einem so berührenden Fall diskutieren sollte? Keineswegs.

Wisst ihr, das schöne an diesem Blog ist, dass ich hier alles so reinschreiben kann, wie es mir in den Kram passt. Aber egal, welchen Quatsch ich hier auch produziere, wird dies keine zwingenden Auswirkungen auf das Leben anderer Menschen haben. Bei Politikern ist das anders und bei populistischen Politikern (ja ich weiß, eigentlich ein Pleonasmus) erst recht.

Kann es denn nicht wenigstens mal einen Tag geben, an dem in Taiwan als Reaktion auf etwas sehr Trauriges nur Traurigkeit herrscht und nicht gleich der nächste Bullshitwagen angefahren kommt?

Erstaunt

Sich darüber aufzuregen bringt allerdings nichts. Meine Haltung zur Todesstrafe spielt in Taiwan sowieso keine Rolle. Ich diskutiere auch mit keinem Taiwaner mehr darüber, unmittelbar nach solchen Taten sowieso nicht, aber auch grundsätzlich nicht. In dieser Frage überlasse ich Taiwan gerne das, was es sich selbst so sehr wünscht und auch von allen Ausländern immer so gerne betont wird: die völlige Unabhängigkeit. Taiwan muss es selbst mit sich mit ausmachen, als angeblich fortschrittliches Land auf offensichtlich gesellschaftliche Probleme mit Steinzeitmethoden ohne Aussicht auf Erfolg zu reagieren.

Was mich am gestrigen Tag neben dem Gefühl der Traurigkeit und Wut in Erstaunen versetzte, war etwas ganz anderes. Bereits wenige Stunden nach der Tat gibt die Mutter des getöteten Mädchens ein Interview vor der versammelten Presse. Wer den Hintergrund nicht kennt oder kein Chinesisch versteht, könnte in meinen Augen den Eindruck bekommen, es ginge hier vielleicht um einen gebrochenen Arm.

Auch wenn das jetzt sensationslüstern klingt, aber:

Die Mutter hat wenige Stunden zuvor mit angesehen, wie die eigene Tochter enthauptet wird und gibt dennoch im Fernsehen ein den Umständen entsprechend gefasstes Interview?

http://focustaiwan.tw/news/asoc/201603280025.aspx

Die taiwanische Form des Witwenschüttelns hat in mir seit meinem ersten Tag in Taiwan nur Ekel und Wut erzeugt (Anzeichen davon könnten hier auch in manch anderen Artikeln zu finden sein….) und ich als Reporter in Taiwan oder auch taiwanreporter, du wirst mich hier sicher verstehen, würde in diesen Momenten meinen taiwanischen Presseausweis im Klo runterspülen und mich für meinen gesamten Berufsstand einfach nur schämen.

Aber auch in diesem Fall muss ich mich damit abfinden und es möglicherweise als „kulturellen Unterschied“ akzeptieren (von den geklauten Facebook Fotos nur 3 Stunden nach der Tat will ich gar nicht erst anfangen…)

Aber, der Grund warum dieser Teil nicht unter das Stichwort Wut, sondern Erstaunen fällt, ist dass die Aussage

Suspects in these kinds of random killings lose their minds temporarily, and no law can resolve this, the mother said, urging the government to address the problem at its roots.

„I hope that we can address family and education issues so that people like this will disappear from our society,“ the mother said. „I hope our children and grandchildren will never see someone like this again.“

so viel Richtiges enthält, dass am Ende dieses traurigen Tages doch noch Hoffnung besteht.

Mir ist es wie gesagt unbegreiflich, wie jemand an einem solchen Tag zu einem solchen Gedankengang überhaupt fähig ist, genau so wie es mir unbegreiflich ist, wie jemand eine solche Tat begehen kann. Und am Ende dieses Tages wird mir wieder einmal klar, dass ich sehr viele Dinge in Taiwan nicht begreifen kann und wohl auch nie begreifen werde.

Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion. – Voltaire

* * *

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So kalt, so tot

Zugegeben, sich über den Tod von Menschen in einem leicht ironisch-satirisch-zynischen Blog auszulassen mag nicht jedermanns Geschmack treffen. Den Tod von Menschen zu nach Sensation heischenden Nachrichten zu verwursten auch nicht. Und deshelb steht hier dieser Artikel zum Erhalt für die Nachwelt und Beispiel einer ziemlich abgewrackten Medienkultur, wobei das Wort „abgewrackt“ hier eigentlich nicht zutrifft, denn abgewrackt kann ja nur etwas sein, was vorher in einem weitaus besserem Zustand war….

Ausgangspunkt dieser Geschichte ist dieser Artikel von Radio Taiwan International. Was war da aber genau los? Nun, ich kann den Fall nur aus der Sicht von Focus Taiwan wiedergeben (ist schon stressig genug), dafür aber umso detaillierter.

Es war letzte Woche ja so ein bisschen frisch in Taiwan. Temperaturen nur noch ein paar Grad über dem Gefrierpunkt, Schnee in den Bergen und immerhin noch so etwas wie Schneeregen bis fast ins Flachland (Hsinchu und Miaoli). Und richtig, in mittlerweile 13 Wintern in Taiwan habe ich solch tiefe Temperaturen auch noch nicht erlebt. So richtig scheinen die Meldungen darüber aber nicht gefetzt zu haben und somit setzte sich dann über den Verlauf der Kältewelle die folgende Geschichte in Gang:

Am Morgen des 22. Januar, das war der Freitag, an dem eigentlich noch gar nicht richtig kalt war … halt nur kühl und regnerisch in Taipeh wie das im Januar nun absolut nicht ungewöhnlich ist und ich froh bin, nicht mehr dort zu wohnen … schrieb Focus Taiwan etwas von 10 Todesopfern in nur einer Nacht aufgrund der sich nähernden Kältewelle.

Lives lost in Taipei area as cold wave approaches

Für einen Moment dachte ich so „wow, unheimlich…es wird ja morgen noch viel kälter“, aber dann zog mich glücklicherweise mein Verstand wieder schnell in die richtige Richtung und fing an zu überlegen: 10 Tote durch Herzstillstand in New Taipei City innerhalb von 8 Stunden, hochgerechnet also 30 Tote am Tag oder knapp 10.950 Tote im Jahr in einem Gebiet mit 4 Millionen Einwohnern klingt irgendwie völlig normal. Pro 1.000 Einwohner wären das 2,74 im Jahr. Die Zahl mal kurz merken.

Laut http://www.laenderdaten.de/bevoelkerung/sterberate.aspx beträgt die Sterberate in Taiwan 6,97 pro 1.000 Einwohner im Jahr und an Herzstillstand werden wir zwangsläufig alle sterben, von daher ist das ein Indikator für gar nichts.

Bis zum Sonntag waren dann die Meldungen über die zu erwartenden Tiefsttemperaturen und den Schneefällen in den Bergen anscheinend ausreichend genug, aber dann hat sich wohl jemand in der zugigen Kälte des Newsdesks, der vielleicht nicht mit in die Berge zum Schnee gucken durfte, wieder an den Blödsinn erinnert und diese Meldung rausgehauen:

15 dead in New Taipei, Taoyuan as snow dusts Taiwan

Und ein Update:

36 dead in northern Taiwan as snow fever hits (update)

Und noch ein Update:

Over 50 dead around Taiwan, victims of cold spell (update)

Und noch ein Update:

Over 85 dead around Taiwan, victims of cold spell (update)

Am Tag danach schienen die landwirtschaftlichen Schäden und die bescheidenden Straßenverhältnisse in den Bergen wieder interessanter zu sein, bis am Dienstagabend, die Temperaturen waren mittlerweile wieder auf weiterhin kühle, aber für den Winter normale Werte geklettert, so etwas wie eine Gegendarstellung auftauchte:

Only 3 died from low temperatures over weekend: Health Ministry

Demnach wurden in ganz Taiwan 45 Personen wegen Unterkühlung per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, von denen 3 Personen starben. Ob die Unterkühlung letztlich auch die Todesursache war, ist der Meldung nicht zu entnehmen.

Dumm gelaufen. Focus Taiwan versucht sich noch ein wenig damit herauszureden, dass sie ja nur die Einschätzung der Feuerwehren wiedergegeben haben. Ich geh jetzt mal davon aus, dass die Feuerwehren die 119 Notrufe annehmen und je nach Lage den RTW losschicken, aber wir sollten hier vielleicht auch nicht zu viel drüber nachdenken. Könnte in tiefe Abgründe führen.

Was hier nachdenklich machen sollte, ist die absolute Unprofessionalität der Journalisten, Redakteure, Schreiber. Es gibt nun mal leider keine andere englischsprachige Quelle für Agenturähnliche Nachrichten aus Taiwan, auf die man sich berufen kann. Das meiste Einiges, was man bei Taipei Times, China Times, Radio Taiwan International usw. lesen kann, bei manchen weniger, bei manchen mehr, stammt ursprünglich von Focus Taiwan bzw. der Central News Agency. In der Hinsicht kann ich den Kabinettssprecher verstehen, wenn er sagt, dass durch diese Falschinformationen ein schlechtes Licht auf Taiwans Gesundheitssystem und die Versorgung Benachteiligter geworfen werde.

Wer Taiwan auch nur ein klein wenig kennt, dem müsste eigentlich beim Gedanken, der Regierung Recht geben zu müssen, fast schon das Blut in den Adern gefrieren (um beim Thema zu bleiben). Zum Glück trifft hier weder das, noch der kältebedingte Tod dutzender Menschen zu. Eigentlich eine gute Nachricht, nur halt nicht sensationell….

Taiwanschau 01/2016

Hallo und herzlich willkommen zur heutigen und ersten und vielleicht auch einzigen Ausgabe der Taiwanschau, den wichtigsten und unwichtigsten Nachrichten der letzten Tage und Wochen in Taiwan!

Totale Überraschung: Tsai Ying-Wen zur Präsidentin gewählt

Wie in diesem Blatt bereits vor 9 1/2 Monaten vorausgesagt, wurde Tsai Ying-Wen am 16. Januar zur neuen Präsidentin Taiwans gewählt. Gleichzeitig errang die DPP auch die absolute Mehrheit im Legislativ-Yuan. Klare Sache sollte man meinen, aber trotzdem ist Taiwan seit dem 18. Januar praktisch führungslos.

Dummerweise soll die Verfassung der Republik China vorsehen, dass das neue DPP-dominierte Parlament bereits am 1. Februar zusammentritt, die neue DPP-Präsidentin und damit auch die neue Regierung aber erst am 20. Mai. In der Praxis hätte das bedeutet, dass eine KMT-Regierung unter oder neben oder wie auch immer einem DPP-Parlament, hm was eigentlich, regieren wohl nicht, weil abgewählt, also noch irgendwas hätte machen sollen, aber nur nicht regieren.

Das fanden der jetzt ehemalige KMT-Premierminister Mao Chi-kuo und sein Kabinett auch irgendwie doof und traten daher geschlossen zurück. Der abgewählte, aber noch amtierende, weil Lahmarsch-Verfassung das so vorsieht, Präsident Ma Ying-jeou sagte dazu zwar „Nö, macht mal schön weiter“, woraufhin Mao wiederum sagte „Isch mir doch egal, digga“. Endlich mal ein Politiker mit Prinzipien!

Für die zurückgetretenen Minister rücken jetzt die Vizeminister nach, aber mehr als ihre Bürosessel für ihre Nachfolger warmhalten können sie eigentlich auch nicht tun. Vielleicht noch die Chiang Kai-shek Gemälde von der Wand nehmen, aber nicht wegschmeißen, denn in 4-8 Jahren kann sich so einiges tun! Größere Auswirkungen auf die allgemeinen Verhältnisse in Taiwan sind allerdings ob jetzt ohne oder mit Regierung nicht zu erwarten. Da in Taiwan sowieso fast jeder macht, was er will, wird den meisten Menschen der Zustand der Regierungslosigkeit womöglich gar nicht auffallen.

Korean Fried Chicken

Diese Geschichte hat einfach alles: Das zuckersüße Mädchen, den bösen Verräter, die treuen Fans, den hartherzigen Arbeitgeber, Schwarz und Weiß fein säuberlich getrennt, das perfekte Drama in drei Akten:

Akt I:

Chou Tzu-yu, genannt Tzu-yu, im Folgenden von mir aber Küken genannt, weil das Tippen von z und y auf einer chinesischen Tastatur mit deutschem Sprachlayout echt nervig ist, gewann letztes Jahr als damals 15-jährige eine Talentshow in Südkorea und ist seitdem Mitglied einer Girlgroup namens Twice (die anderen Mitgliederinnen scheinen alle Koreanerinnen zu sein).

Bei einem Auftritt in einer Fernsehshow schwenkte das Küken die Flagge Taiwans ohne sich groß was dabei zu denken. Das fand aber der in Taiwan geborene, aber jetzt in China lebende Verräter Sänger Huang An nicht so gut und löste einen Shitstorm im chinesischen Sina Weibo gegen das Küken aus. Zugleich beschwerte sich der chinesische Smartphonehersteller Huawei beim koreanischen Mobilfunkanbieter LG Uplus, was dazu führte, dass LG Uplus dem Küken einen Werbevertrag für die Promition eines Huawei Smartphones in Südkorea entzog. Dieses wiederum führte natürlich zu scharfen Protesten in Taiwan, in deren Verlauf man auf Facebook wieder zweifellos feststellen konnte, dass Beleidigungen, Hasstiraden und Morddrohungen kein rein deutsches Phänomen in sozialen Netzwerken ist.

Akt II:

Das koreanische Management des Kükens, JYP Entertainment, gibt eine Erklärung ab, in der es sich in aller Form für das Verhalten des Kükens entschuldigt und auch das Küken selbst muss in einem fast schon im Stile eines IS-Propagandavideos aufgezeichnetem Videostatements um Entschuldigung bitten und sich als Chinesin bezeichnen. Die Anmerkung meinerseits, dass man dies doch auch hätte ablehnen, das unterwürfige Management und die Band verlassen und in Taiwan damit zur Nationalheldin aufsteigen können, rief indes ungläubiges Kopfschütteln von Besitzern taiwanischer Pässe auf. Man könne doch so eine Gelegenheit nicht einfach wegwerfen. Komplizierte Sache, das mit den Prinzipien.

Dieses Statement fachte den Gegenshitstorm natürlich noch weiter an und selbst der Präsident meinte zu dem Thema Stellung beziehen zu müssen und laut einer Umfrage ließen sich rund 11% der Wähler in Taiwan von der Kontroverse bei der Parlamentswahl beeinflussen. Nicht schlecht für ein Küken.

Akt III:

Jetzt rund eine Woche später scheint wieder alles in Ordnung zu sein und das Küken hat zusammen mit ihrer Band bei den Golden Disc Awards in Südkorea den Preis als beste Newcomer gewonnen. „Ganz in schwarz in sexy Outfits gekleidet, strotzten sie dem eisigen Winterwetter (Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt) in Seoul und erhielten den warmen Applaus des Publikums„. The show must go on and there is no business like show business!

Stöckelschuh of Broken Dreams

Chiayi County, den meisten bestenfalls durch den Halt des Schnellzugs auf den Weg nach Kaohsiung bekannt, bietet ab dem 8. Februar eine neue und ganz speziell auf Frauen zugeschnittene Attraktion: eine 17 Meter hohe und 11 Meter breite Stöckelschuh-förmige Installation aus blauem Glas, das in Form und Größe an eine Kirche erinnert, obwohl sie laut Erbauer keinen religiösen Zwecken dienen soll, vorausgesetzt man zählt die Ankurbelung des Tourismus verbunden mit mehr Einnahmen resultierend in mehr Profit als Merkmal des Kapitalismus nicht auch zu einer Art Religion.

Wer sich übrigens gerade nicht so richtig vorstellen kann, wie eine 17 Meter hohe und 11 Meter breite Stöckelschuh-förmige Installation aus blauem Glas, das in Form und Größe an eine Kirche erinnert, genau aussieht, keine Sorge, ich konnte es ohne Foto auch nicht.

Das Design soll übrigens an die Schwarzfuß-Krankheit in den 1950er Jahren in Taiwan erinnern, bei der vielen Frauen der Fuß amputiert werden musste, was ihre Träume zunichte machte, mit Stöckelschuhen auf einem roten Teppich zu laufen. Ursprünglich sollte der Name „Cinderella High-Heel Church“ lauten, aber da es ja gar keine Kirche, sondern eine Art Gedenkstätte für die Betroffenen einer schlimmen Krankheit sein soll, hat man diesen Namen wieder fallenlassen. Wie der eigentliche Name jetzt lautet, war bis zum Redaktionsschluss leider nicht herauszufinden, Hinweise dazu sind sehr willkommen.

Da aber Schwarzfuß nicht so richtig zu Blauschuh passt, saugt sich der Erbauer noch eine andere Erklärung aus den Fingern erwähnt der Erbauer noch, dass die funkelnde Struktur eine Nachricht der Freude an junge Leute für eine glänzende Zukunft vermitteln soll.

Pünktlich zum 8. Februar, dem ersten Tag des Frühlingsfestes und damit der Woche, in der Taiwaner allesamt auf Achse sind, stehen in der Kirche, der Installation, also der Kircheninstallation, mehr als 100 „Frauen-inspirierte Installationen (was ist das?) zur Ansicht zur Verfügung, darunter Stühle für „Liebende“, Ahornblätter (häh?), Kekse und Kuchen, die alle tolle Motive für Fotos bieten.

Da der Verfasser dieser Zeilen die Bedeutung des letzten Satzes nicht versteht, bleibt an dieser Stelle nur die Bitte, der Redaktion doch bitte Fotos der „Frauen-inspirierten Installationen“ zukommen zu lassen, sofern jemand den Weg nach Chiayi findet. Vielen Dank!

Arsch auf Grundeis: Es wird kalt Leute!

Papa, müssen wir jetzt alle sterben? So oder so ähnlich fällt wahrscheinlich die Reaktion von kleinen Kindern aus, sollten sie die Horrormeldung der Taiwan an diesem Wochenende drohenden Kältewelle vernehmen. Dabei kann ich die Angst schon verstehen. Im nasskalt versifften Norden Taiwans könnten einem Temperaturen von deutlich unter 10 Grad schon ziemlich empfindliche Stellen verkühlen. Als Zentraltaiwaner hat man dieses Problem nicht so sehr, aber trotzdem, wer sich als Deutscher der taiwanischen Meinung anschließt, das Temperaturen unter 10 aber noch deutlich über 0 Grad todsterbenskalt (冷死) seien, der hängt bei der zweiten Maß beim Oktoberfest  wohl auch schon kotzend in den Seilen. Ein bißchen mehr Haltung, bitte!

Interessant in dem Zusammenhang auch die Meldung, dass ein Teil von Highway Nr. 5, das ist der von Taipeh nach Yilan, im Falle von überfrierender Nässe gesperrt wird und Autofahrer doch bitte auf andere Strecken ausweichen mögen. Ich mein, geniale Idee eigentlich! Wäre doch auch was für Deutschland. Die Kosten für den Winterdienst lassen sich auf Null senken, wenn man den Winterdienst einfach abschafft und Straßensperrungen bei Schnee und Glätte entlasten dazu noch die Umwelt und vermeiden Unfälle! Per Ski die A7 von Füssen nach Flensburg runter, schlappe 950 Kilometer, wer ist dabei?

Benzin günstiger als Wasser

Wo wir bereits beim Autofahren sind. Der Preis für 1 Liter Super (95) Benzin bei CPC fällt am Sonntag voraussichtlich auf 19,3 NT (Normal 92 auf 17,8 NT und Diesel auf 15,1 NT). Damit ist 1 Liter Benzin offiziell günstiger als 1 Liter Wasser, wobei ich das jetzt nur aus dem Kopf schreibe, weil mein heimischer Wasserfilter Made in Germany mich schon seit Jahren von Wasserkäufen (leider nicht von Filterkäufen) unabhängig gemacht hat. Sollte hier auch nur kurz erwähnt werden.

Eisprung

Die schlimmste Nachricht zum Schluss: Während Benzin dieser Tage immer billiger wird, muss man für Tee-Eier, ach nee komm, Teeeier sieht einfach besser aus, jetzt 2 NT mehr bezahlen, nämlich 10 NT anstatt 8 NT. Herausgekommen ist diese schändliche Preisabsprache des Kwik-E-Mart Oligopols durch die Erhöhung in allen 7-Eleven Läden, wohingegen es bei derselben Erhöhung in allen Family Mart Läden im Oktober und allen OK Mart Läden im November von den Medien unbemerkt blieb. Da sieht man mal, wo taiwanische Redakteure ihre Teeeier kaufen!

Geheimtipp: Hi-Life, in deren Läden ich glaube noch nie mehr als zwei Kunden (inklusive mir) gleichzeitig gesehen habe, verkauft seine Teeeier weiterhin zum Preis von 8 NT. Ob sich aber der wahrscheinlich weitere Weg zu Hi-Life anstatt zu 7-Eleven, Family Mart und OK Mart trotz der niedrigen Benzinpreise rechnet, um den geldwerten Vorteil von 2 NT zumindest noch teilweise „ummünzen“ zu können, muss der zu dieser Überlegung neigende Leser jetzt allerdings selbst ausrechnen (und immer darauf achten, dass die eine oder andere Straße wegen Glatteis gesperrt sein könnte!)

Als Entschädigung hier aber ein anderes Rechenexempel:

Hi-Life soll letztes Jahr Teeeier im Wert von 150 Millionen NT verkauft haben. Bei etwa 1.300 Läden und einem Preis von 8 NT ergibt das:

150.000.000 / 8 = 18.750.000 Teeeier im Jahr

18.750.000 / 1.300 = 14.423 Teeeier pro Laden

14.423 / 365 = 39,5 Teeeier pro Tag pro Laden

Familiy Mart hat etwa 3.000 Läden in Taiwan. Bei angenommener gleicher Teeeiverkaufszahl von 39,5 pro Tag und Laden ergibt das:

39,5 x 3.000 x 365 = 43.252.500 Teeeier im Jahr

Dasselbe Spielchen für 7-Eleven mit mehr als 5.000 Läden in Taiwan:

39,5 x 5.000 x 365 = 72.087.500 Teeeier im Jahr

Fehlt nur noch OK Mart mit etwa 900 Läden:

39,5 x 900 x 365 = 12.975.750 Teeeier im Jahr

Zusammengerechnet ergibt das:

18.750.000 + 43.252.500 + 72.087.500 + 12.975.750 = 147.065.750 Teeeier im Jahr

Um es einfacher zu machen: 147 Millionen Teeeier oder 6,4 Teeeier pro Einwohner im Jahr, ein Wert der allerdings noch durchaus höher liegen könnte, da ich mir ziemlich sicher bin, dass 7-Eleven und Family Mart relativ gesehen noch mehr Teeeier verkaufen als hier rechnerisch angenommen (wir haben zumindest noch nie ein Teeei bei Hi-Life gekauft!)

Daraus ergeben sich jetzt zwei Fragen: Wer kauft eigentlich halbe Teeeier und würde ein Deutscher, der nicht in Taiwan lebt, unter dem Begriff Teeei dasselbe verstehen wie ich?

Darüber können Sie jetzt, der Kälte des Wochenendes ganz sexy ganz in schwarz, mit einem dampfenden Teeei in der linken, einem Huawai Telefon in der rechten (zum Kaputthauen) im Kwik-E-Mart Ihres Vertrauens nachdenken. Viel Spaß dabei!

Informationen zu allen hier genannten Themen lassen sich bei Focus Taiwan (Englisch), Radio Taiwan International (Deutsch) und Taiwan Heute (Deutsch) finden.