Ausländer in Taiwan

Teil I

Die häufigsten Suchbegriffe, mit denen früher jeden Tag eine Reihe von Google-Nutzern auf diesen damals noch mehrsprachigen Blog verwiesen wurden, hatten immer irgendwas mit “Ausländer in Taiwan”, “Deutsche in Taiwan”, “Mögen Ausländer Taiwan?”, “Mögen Taiwaner Ausländer?” zu tun.

Dabei waren die Suchanfragen in der Mehrheit auf Chinesisch, was in meinen Augen einen interessanten Schluss über das Verhältnis von Taiwanern zu Ausländern zuließ: Zwar gehören Ausländer in Taiwans Großstädten mittlerweile zum Alltag, aber was die meisten Ausländer eigentlich so in Taiwan machen, aus welchen Gründen sie nach Taiwan gekommen sind, und welche Ziele sie möglicherweise in Taiwan verfolgen, scheint für viele ein großes Rätsel zu sein.

Um das Thema besser verstehen zu können, muss man sich wie immer erst einmal genauer Gedanken machen, wer da eigentlich mit Ausländer genau gemeint ist. Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass Taiwaner eigentlich nur Nichtasiaten als “richtige” Ausländer betrachten und die meisten (mehr als 90% aller Ausländer Taiwans!) aus Indonesien, Vietnam, den Philippinen und Thailand eher als nun ja … “Arbeitssklaven” wäre vielleicht etwas zu hart formuliert, deshalb schreibe ich jetzt mal besser “Gastarbeiter”. Die Richtung dürfte hier aber wohl ziemlich klar sein. Zu dieser Thematik gibt es aktuell auch einen ausführlichen Artikel der Taipei Times.

Meine Meinung ist: Der “richtige” Ausländer aus Sicht der Taiwaner ist mit großer Wahrscheinlichkeit weiß, zwischen 18-35 Jahre alt, spricht fließend Englisch, aber kein oder nur ein wenig Chinesisch. Und was soll ich sagen? Als ich nach Taiwan gekommen bin, ist diese Beschreibung exakt auf mich zugetroffen und dasselbe gilt auch für fast alle Ausländer, die ich zu dieser Zeit in Taiwan kennengelernt habe.

Bleibt halt die Frage, aus welchen Gründen sie nach Taiwan gekommen sind und da wird es dann schon etwas komplizierter. Es gibt da im Wesentlichen die folgenden Gruppen, die mir im Laufe der Jahre so in Taiwan begegnet sind. Ich versuche mich gleichzeitig auch an einer kleinen Beschreibung, obwohl man das bitte nicht allzu ernst nehmen sollte, da ich zusammengerechnet vielleicht gerade mal so um die 100 Ausländer in Taiwan kenne. Das sind zwar in vielen Fällen 100 Mal mehr als Taiwaner kennen, aber repräsentativ ist es natürlich nicht:

Touristen: Wie in jedem anderen Land der Welt erkennt man Touristen an ihrer Orientierungslosigkeit und Langsamkeit. Die Reihenfolge der von (nicht aus Asien stammenden) Touristen gesprochenen Sprachen ist übrigens nach meiner inoffiziellen Beobachtung Englisch, Deutsch und Französisch. Und meine inoffizielle Beobachtung ist es auch, die ziemlich fest davon überzeugt ist, dass es in Taiwan deutlich weniger Touristen gibt als in anderen Ländern Asiens, was den Anteil der anderen Gruppen natürlich erhöht.

Austauschschüler/Studenten: Junge Menschen, die zum Teil das erste Mal weit weg von zu Hause die Kultur eines anderen Landes hautnah erleben und dementsprechend von den ganzen Eindrücken überwältigt sind. Manchen Austauschschülern, die in taiwanischen Gastfamilien leben, fallen ziemlich schnell die fehlenden Freiheiten von taiwanischen Jugendlichen im Vergleich zu Deutschland auf, was aber durch den Ausländerbonus wieder kompensiert wird. Und die meisten Studenten sind vom lockeren Studentenleben in Taiwan so angetan, dass sie später sehr wahrscheinlich nochmals wiederkommen werden.

Sprachlehrer: College-Absolventen aus einem englischsprachigen Land deiner Wahl, die für einige Zeit nach Taiwan kommen, um Geld zu verdienen. Das können natürlich auch Studenten sein, die einen Nebenjob als Sprachlehrer haben (wie es bei mir der Fall war), aber der Großteil meiner ehemaligen Kollegen hat wirklich nur als Sprachlehrer gearbeitet und Chinesisch, wenn überhaupt, so nebenbei versucht zu lernen.

Expats: Hochqualifizierte Arbeitskräfte, die für ausländische Unternehmen in Taiwan arbeiten. Eine interessante Gruppe, da sie speziell durch die organisatorische und natürlich auch die finanzielle Unterstützung der Unternehmen nicht die Probleme haben, mit denen sich “normale” Ausländer herumschlagen müssen. Aus meiner Sicht haben sie den Jackpot gewonnen, denn Leben in Taiwan mit einem Mehrfachen eines durchschnittlichen Gehalts plus Extras (Bildungskosten für die Kinder, Flugtickets nach Deutschland etc.) sind einfach unschlagbar. Ist da vielleicht jemand neidisch? Nun, natürlich hätte ich auch gern so ein Leben, aber ich erkenne auch (und dieses wirklich neidlos) an, dass man bis zu diesem Punkt auch erst einmal durch ein langjähriges Studium und Ausbildung gegangen sein muss. Mit 24 so wie ich wird man es normalerweise nicht als Expat nach Taiwan schaffen. Und als Trost dient mir noch, dass mein Chinesisch in den meisten Fällen besser als das von Expats ist! ;-)

Unternehmer: Die zahlenmäßig wahrscheinlich kleinste Gruppe, aber es gibt sie durchaus. Ausländer, die bevorzugt in der Gastronomie, aber auch in der Technikbranche, ein kleines Unternehmen gegründet haben und damit nicht nur für sich selbst, sondern manchmal auch für andere einen Arbeitsplatz schaffen. Meistens sind sie in höchstem Maße in Taiwan integriert, sprechen sehr gut Chinesisch, und dienen vielen Zeitungen aus ihren Heimatländern als Gesprächspartner, wenn sie etwas über Taiwan berichten möchten.

Familie/Privat: Ausländer mit taiwanischem Ehepartner und sonstigen familiären oder privaten Beziehungen in Taiwan. In der Regel sind sie aufgrund ihrer “taiwanischen Familie” ebenfalls sehr gut in Taiwan integriert, obwohl nicht unbedingt jeder deswegen auch sehr gut Chinesisch spricht. Es kommt halt darauf an, wie die Ehepartner miteinander kommunizieren.

Die letzte Gruppe überschneidet sich in vielen Fällen natürlich wieder mit den anderen Gruppen. Die Frage ist halt immer, aus welchen Gründen jemand nach Taiwan kommt, denn arbeiten muss ohnehin fast jeder. Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich zu allererst aus privaten Gründen nach Taiwan gekommen bin und erst dann zu einem Studenten und Sprachlehrer und jetzt „Unternehmer“ (als Freiberufler zähl ich mich jetzt mal dreist dazu) geworden bin.

Sowieso macht jeder Ausländer, der mehrere Jahre in Taiwan lebt, eine gewisse Entwicklung durch. Auf die Begeisterung folgt eine gewisse Ernüchterung, die sich entweder in Enttäuschung und der Rückkehr in die Heimat äußert, oder dazu führt, dass sich der Ausländer mehr oder weniger in die taiwanische Gesellschaft integriert. Über letzteres möchte ich im nächsten Teil berichten.

Teil II

In Deutschland wird nahezu pausenlos über die Integration von Ausländern in die deutsche Gesellschaft diskutiert. Integration bedeutet hierbei die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben eines Landes oder wie aus Wikipedia abgeschrieben:

Der Prozess der Integration von Menschen mit einem Migrationshintergrund besteht aus Annäherung, gegenseitiger Auseinandersetzung, Kommunikation, Finden von Gemeinsamkeiten, Feststellen von Unterschieden und der Übernahme gemeinschaftlicher Verantwortung zwischen Zugewanderten und der anwesenden Mehrheitsbevölkerung. Im Gegensatz zur Assimilation (völlige Anpassung), verlangt Integration nicht die Aufgabe der eigenen kulturellen Identität.

Hammer! Heutzutage dauert es gerade mal 12 Stunden und 10 Minuten (laut Flugplan), um als stinknormaler Typ aus Deutschland zu einem von allen Seiten beachteten, bewunderten, bejubelten, berühmten Ausländer in Taiwan zu werden! ;-)

Aber mal ehrlich. Inwiefern findet in Taiwan eigentlich eine Integration von Ausländern statt? Inwiefern haben Ausländer die “moralische Pflicht” sich in Taiwan zu integrieren und wie einfach oder schwer machen es Taiwaner Ausländern, sich in Taiwan zu integrieren?

Fragen über Fragen, die ich hier nur aus meiner subjektiven Sicht versuchen kann zu beantworten. Als ich 2004 nach Taiwan gekommen bin, habe ich mir als eigenes Integrationsziel gesetzt, mich irgendwann mal mit meinen (damals noch zukünftigen) Schwiegereltern vernünftig unterhalten zu können. Das hat dann nach zwei, drei Jahren recht gut geklappt, so dass ich mir ein weiteres Ziel gesteckt habe: In Taiwan eine Familie zu gründen und für sie zu sorgen. Und auch dieses Ziel habe ich erreicht und nun frage ich mich, ob es noch weitere solcher Integrationsziele geben kann oder ob ich mittlerweile als in Taiwan integriert gelte.

Es ist doch so. Taiwaner sind sehr gastfreundliche und gegenüber Ausländern sehr aufgeschlossene Menschen. Manchmal etwas zu sehr aufgeschlossen für meinen Geschmack, aber das soll kein Vorwurf sein, sondern hat wohl eher mit einer leichten Anthropophobie meinerseits zu tun.

Aber, und jetzt kommt der Haken: In meinen Augen denken viele Taiwaner, dass alle Ausländer gleich sind, was irgendwie nicht stimmen kann (siehe Teil I). Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass sich viele Taiwaner überhaupt nicht vorstellen können, dass sich Ausländer in Taiwan integrieren möchten und das auch tun. Wenn ich mit meiner Frau und meiner Tochter auf der Straße mit anderen Taiwanern ins Gespräch komme, dann wundern sie sich stets sehr darüber, warum wir nicht in Deutschland, sondern in Taiwan leben. Warum eigentlich? Auf der einen Seite lassen Taiwaner kaum eine Gelegenheit aus, die Welt auf ihr tolles Land aufmerksam zu machen, und auf der anderen Seite können sie sich nicht vorstellen, dass Ausländer dauerhaft in ihrem tollen Land leben möchten.

In Deutschland gehen wir davon aus, dass jemand, der für längere Zeit in Deutschland lebt, auch die deutsche Sprache lernt und sich in die Gesellschaft integriert. Das trifft aus verschiedenen Gründen nicht immer zu, aber um deutsche Integrationspolitik soll es hier nicht gehen. Der entscheidende Punkt ist hier die Erwartungshaltung. Ich bin der Meinung, dass man sich als Ausländer in seinem Gastland so gut wie es geht integrieren sollte. Für mich ist es auch der Ausdruck von Respekt gegenüber dem Gastland. Zwar mag man mich kritisieren, dass ich als Ausländer über viele Dinge in Taiwan schimpfe, aber wenn ich darüber schimpfe, dann weil ich direkt davon betroffen bin. Als Ausländer schwebe ich ja nicht automatisch über den Dingen.

Wie soll Integration aber gelingen, wenn man meistens nur als Ausländer ohne bestimmte Erwartungshaltung gesehen wird? Es mag ziemlich hart klingen, aber wenn jemand “Guten Tag” und “Danke” auf Deutsch sagen kann, hat das in meinen Augen nichts damit zu tun, ob jemand gut Deutsch spricht, sondern ob jemand gegenüber seinem Gastland ein Mindestmaß an Höflichkeit entgegenbringt. In Taiwan verblüfft es uns Ausländer jedes Mal, bei so manchem dahergenuschelten „Ni hao“ ein sehr gutes Chinesisch attestiert zu bekommen.

Nun ist es natürlich nicht so, dass jeder Ausländer in Taiwan von morgens bis abends Chinesisch lernt. Es gibt durchaus einige Ausländer, die gar kein Interesse daran haben Chinesisch zu lernen und sich lediglich bei der jungen Damenwelt Taiwans “integrieren” möchten. Nur, erstens ist dies eine Minderheit und zweitens kann es ihnen in Taiwan relativ egal sein, denn außer einer lustigen Animation in den Nachrichten und ein wenig Empörung in sozialen Netzwerken bleibt ihr Handeln ohne gesellschaftliche Konsequenzen.

In Taiwan habe ich manchmal das Gefühl, dass man mit weniger Integration besser zurechtkommt als mit. In den meisten Fällen wird man als Ausländer ohnehin nur dem Äußeren nach beurteilt. Und selbst wenn man mal die Gelegenheit zu einem etwas längeren Gespräch hat (Taxifahrer!), dann kommt dabei meistens nicht viel mehr als BMW, Bier und Bratwurst heraus. Und natürlich Hitler.

Was also tun? Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden, in Taiwan immer als Ausländer behandelt zu werden. Das bedeutet in Taiwan ja grundsätzlich nichts Schlechtes, ist aber doch etwas Anderes als ich mir gedacht hatte. Ich hatte mir gedacht, dass das Leben als Ausländer nach einigen Jahren in Taiwan ziemlich normal ist, vor allem und gerade auch deswegen, weil man sich selbst in Bezug auf Einkommen, Wohnung, Familie kaum von anderen Menschen in Taiwan unterscheidet. Dazu noch ein wenig die Sprache beherrschen und fertig ist die Laube. In Deutschland funktioniert das. In Taiwan ist aber so ziemlich das Gegenteil der Fall. War man als ausländischer Sprachstudent an der Universität noch relativ normal, so war man schon etwas Besonderes als einziger Ausländer, der in einer taiwanischen Firma arbeitet, und jetzt zusammen mit Frau und einem kleinen Kind ist man an praktisch jedem Ort die Hauptattraktion.

Teil III

Sowieso hat sich seit der Geburt meiner Tochter in Taiwan so einiges an meiner Wahrnehmung in Taiwan geändert. Bis zu diesem Zeipunkt hatte ich mich längst daran gewöhnt, von Taiwanern als typischer weißer Ausländer gesehen zu werden. Was mich in den letzten Jahren allerdings zunächst überraschte und jetzt zunehmend irritiert ist die Tatsache, dass auch meine Tochter von Taiwanern eher als Ausländerin als Taiwanerin betrachtet wird. Was natürlich mit ihrem Aussehen zusammenhängt. Mit braunen Haaren, schneeweißer Haut wie auf einem Werbeplakat für das neueste extrastarke Bleichmittel und stets einen Kopf größer als Gleichaltrige ist sie rein optisch in etwa so auffällig wie ein rosa Lamborghini Murcielago!

Damit könnten wir leben. Denn im Prinzip ist es ja egal, ob Taiwaner jetzt wegen mir starren oder meiner Tochter. Es ist aber leider schlimmer. Auf dem Spielplatz gibt es mittlerweile das feste Ritual, den dort anwesenden Omas (aufgrund der praktisch nicht vorhandenen Familienpolitik in Taiwan sind es zu 80% Oma und Opa, die mit ihren Enkeln auf den Spielplatz gehen) die Frage zu beantworten, ob unsere in Taiwan gezeugte, in Taiwan geborene und in Taiwan aufwachsende Tochter Chinesisch verstehen könne.

Und obwohl ich wirklich sehr viel Respekt vor älteren Menschen und Verständnis für andere kulturelle Hintergründe habe, halte ich diese Frage für absolut dämlich. In meiner überaus nachdenklichen Art sehe ich in dieser Frage nämlich den Vorwurf, meine Tochter in einer Parallelwelt aufwachsen zu lassen. Dabei sieht die Realität binationaler Kinder in Taiwan genau anders herum aus: Sie wachsen nicht in einer parallelen, sondern in einer dualen Welt auf, in der es für sie keine Unterschiede zwischen Taiwanern und Ausländern gibt. Meine Tochter redet mittlerweile ganz selbstverständlich mit Mama, A-Ma, A-Gong, Jiujiu in Taiwan auf Chinesisch und mit dem Papa in Taiwan, sowie Oma, Opa, Tante, Onkel in Deutschland auf Deutsch. Bislang weiß sie nicht mal, was die Begriffe „Chinesisch“ und „Deutsch“ überhaupt bedeuten. Natürliche Integration.

Zurück zum Spielplatz. Anders als Erwachsene sind Kleinkinder ja glücklicherweise meistens sehr gut darin die gemeinsamen Interessen auszuleben als ihre Unterschiede zu thematisieren. Aber bereits Kinder ab dem Vorschulalter kommen schon mit Fragen wie „Hey, kannst du Englisch sprechen?“ und „Hello, what’s your name?“ Gelernte Segregation.

Bislang sehe ich das alles noch mit einem leicht genervten, leicht enttäuschten, aber auch motivierten Ausblick in die Zukunft. Denn, wenn wir als binationale Familie in Taiwan nicht etwas gegen das Paralleldenken vieler Taiwaner ausrichten können, wer denn dann? Ich kann das wegen fehlender Lebensjahre zwar nicht aus persönlicher Erfahrung sagen, aber vielleicht hatte die erste Generation von Gastarbeiten in Deutschland ähnliche Gedanken wie ich heute in Taiwan. Wenn ich mir allerdings überlege, dass in Deutschland heutzutage Herren mit dem Nachnamen Özil, Khedira, Boateng völlig selbstverständlich neben Müller, Lahm und Schweinsteiger in der deutschen Fußballnationalmannschaft spielen, dann hege ich die leise Hoffnung, dass dies in einer taiwanischen Nationalmannschaft mit Schulze, Smith und Simiribolansikow neben 5 x Wang, 4 x Chen und 3 x Lin bei der WM 2042 im Kongo vielleicht auch möglich sein wird. Man wird ja noch träumen dürfen.

Teil IV

Und dann ist da noch die interessante Tatsache, dass Taiwan für Ausländer ja nicht überall gleich ist. Es mag viele Menschen zwar erstaunen, aber ich meine einen deutlichen Unterschied zwischen dem Verhalten gegenüber Ausländern im Großraum Taipeh und den Rest Taiwans auszumachen.

Um ehrlich zu sein, habe ich mich in Taiwan bisher am unscheinbarsten während meiner Zeit als Berufspendler zwischen Xindian und Taipeh gefühlt. Typischer Bürojob. Morgens mit der U-Bahn hin, abends wieder zurück, entweder mit Bus oder U-Bahn, je nach Lust nach Laune. In der Masse wird man einfach viel weniger wahrgenommen. Vielleicht mal ein kurzer Blick hier und da, macht man ja auch selbst, aber mehr auch nicht. Super!

Je weiter ich mich dann aber von Taipeh entfernt habe, desto bewusster wurde mir wieder, dass das Leben in Taipeh in Bezug auf ganz Taiwan eher die Ausnahme als die Regel ist. Es geht schon damit los, dass der öffentliche Nahverkehr in den meisten anderen Städten Taiwans bei weitem nicht so komfortabel ist. Kaohsiung bildet da als zweitgrößte Stadt noch eine Ausnahme. Aber bereits in Taichung ist es meistens praktischer, selbst mit Roller oder Auto irgendwo hinzufahren als Busse zu nutzen. In meinem Auto, hinter getönten Scheiben, kriegt die Außenwelt natürlich weniger mit, dass da ein Ausländer die Anerkennung seines internationalen Führerscheins auf Taiwans Straßen genießt.

Weiter geht es mit der Tatsache, dass es in vielen Gegenden Taiwans nicht viel gibt, was einen Ausländer dort zum Leben reizen könnte. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wo sich von meiner Wohnung aus das nächste Kino oder die nächste Bar befindet. Und wenn ich zu Carrefour oder Ikea will, dann wird das ohne Auto zum Problem. Und was würde ich darum geben, wie früher einfach mal das nächste Starbucks, Dante, Ikari etc. als Büro zu nutzen, einfach so weil es da ist! Und wie gerne erinnere ich mich an Zeiten zurück, in denen die Leute vom Dumpling Laden schon genau wussten, was ich bestellen würde. Gibt es hier alles nicht bzw. gibt es schon, aber bei A-Ma und A-Gong gleich nebenan wird natürlich selbst gekocht und nicht selbst gekauft.

Und zuletzt ist es natürlich auch eine Frage der Touristen. Taipeh kann jeder, Tainan ist mit einem Lonely Planet auch zu schaffen, aber bei Nanzhuang, Landkreis Miaoli wird es dann für Ausländer schon recht schwierig. Ich musste erst gestern wieder richtig lachen, als in den Nachrichten „Ausländer“ (Japaner, Koreaner) über die Tradition der roten Umschläge zum Neujahrsfest befragt wurden. Wenn man heute in Taiwan nach Ausländern sucht, wo geht man dann hin? Richtig, Taipeh 101! Achtet mal darauf an welchen Orten Ausländer für solche Lückenfüller interessante Sachen interviewt werden. Viel Abwechslung gibt es da nicht.

Durch den Mangel an Ausländern außerhalb Taipehs fehlen natürlich die Kontaktmöglichkeiten. Selbst ich bin immer ganz erstaunt, wenn ich abseits der verdächtigen Orte zufällig einen anderen Ausländer sehe. Ich versuche dann immer herauszufinden, welche Sprache er/sie spricht und daraus zu schließen woher er/sie kommt. Denn, und das ist ein kleiner aber feiner Unterschied: Mir wäre es furchtbar peinlich jemanden zu fragen, ob er/sie Amerikaner sei und er/sie dann antworten würde: Nein ich komme aus Deutschland😛

Fazit

Also wer bis hierhin gelesen hat, ist entweder/und/oder:

 

Was ziehe ich also als Fazit nach mehr als 10 Jahren in Taiwan?

Auf jeden Fall, dass Taiwan ein wunderbares Land zum Leben ist! Mir ist durchaus bewusst, dass es auf der Welt viele andere Länder gibt, in denen die hier geschilderten Dinge absolute Luxusprobleme sind. Aber, warum sollte man mit etwas zufrieden sein, wenn es noch besser sein könnte? Noch besser in meinem Sinne wäre es, wenn Taiwaner im Umgang mit Ausländern ihr eigenes Verhalten mal selbst reflektieren würden. Wie fühlt sich wohl ein Taiwaner, wenn er in Deutschland ständig als Japaner angesprochen würde? Oder als Koreaner? Oder als Chinese? Nicht wenige würden dabei voll abdrehen. Ich stimme jedem zu, der meint, dass man sich als Ausländer in seinem Gastland so gut wie möglich integrieren sollte. Integration ist aber keine Einbahnstraße. In Taiwan kommt es mir allerdings manchmal so vor.

16 Gedanken zu “Ausländer in Taiwan

  1. Hi, dies ist keine Kritik an deinem Artikel aber eine kleine Anmerkung. Natürlich bekommst du jetzt auch einfach (seit langem) zu spüren, wie es ist in einem Land als „Ausländer“ zu leben. Deutschland ist dort jedoch auch nicht so anders wie man das als „Einheimischer“ vielleicht oft denkt – nur erleben wir hier nicht die Perspektive der „Ausländer“. Meine muslimischen Freunde könnten dort genug Geschichten erzählen, aber um mal eine ähnliches Thema wie das „am Spielplatz“ anzusprechen… zwei Freundinnen von mir, beide aus Chinesisch-Vietnamesischen Familien, beide in Deutschland geboren und aufgewachsen, haben mir unabhängig von einander erzählt wie oft es auch heute noch vorkommt das ihnen jemand sagt das sie ja schon „relativ gut“ Deutsch sprechen bzw. das die Leute überrascht sind wie „gut“ sie Deutsch sprechen – auch hier wird überhaupt nicht reflektiert wie dämlich diese Bemerkungen sind.
    Das ich einen italienischen Vornamen habe sorgt auch immer mal wieder für Verwirrung. Bsp. aus dem Studentenwohnheim – eine chinesische Kommilitonin zu einem Deutschen Studenten – Sie: „Das ist *MEIN NAME* ein deutscher Freund von mir“, Er: „Wie heisst er?“, Sie:“*MEIN NAME*“, Er: „Dann ist das aber kein DEUTSCHER Freund von dir…“ …Deutscher bin ich also in der Wahrnehmung mancher auch nicht, auch wenn ich rein deutschsprachig aufgewachsen bin und das mit einem alleinerziehenden Deutschen Elternteil.

    LG

    • Hi, du hast natürlich Recht. Ich möchte mit dem Artikel bestimmt nicht den Eindruck erwecken, dass das in Deutschland alles super läuft. Aber einen entscheidenden Unterschied gibt es schon und zwar den, dass Ausländer in Deutschland eher auf Deutsch angesprochen werden und nicht auf Englisch oder (…wenn es der Gesprächspartner denn kann) auf Chinesisch etc.

      Gab vorhin bei mir auf dem Spielplatz eine lustige Szene. Ca. 10-jähriger Junge kommt auf mich zu und fragt mich ganz artig auf Chinesisch: „Entschuldigung, ich hab mal eine Frage: Bist du Amerikaner … äh Ausländer?“ Und ich so: „Ganz richtig, ich bin Ausländer. Ich bin aber kein Amerikaner, sondern Deutscher. Weißt du wo Deutschland liegt?“ Kurzes Überlegen, dann Nicken. War super!

      Das mit dem ausländischen Namen in Deutschland kann ich nicht ganz vollziehen, weil meine Neffen in Deutschland allesamt „ausländische“ Namen (sowohl Vorname als auch Nachname) haben und ich von ihnen so etwas noch nie gehört habe. Gibt aber sicherlich regionale Unterschiede oder eben auch … drücken wir es vornehm aus, Leute die nicht so auf dem Laufenden sind.

      PS: Das verlinkte YouTube Video zielt übrigens genau auf dieses Thema ab. Hatte mir schon was dabei gedacht😉

  2. So aenhliches Gefuehl wie ich in Deutschland wohne. Manchmal fuehle ich mich, dass ich keinen Unterschied mit Andren, aber die Reaktion von „the other“ mahnt mich daran, dass ich Auslaenderin bin. Trotzdem …ok… vorher versuchte ich „integiert“, jetzt nicht. Das bedeutet nicht, dass ich aufgebe, sondern ich meinen Lebesstil in Deutschland finde. Eine deutschsprachige Auslaenderin, ja, bin ich.🙂

  3. Gute Beobachtungen!
    Aber: die MRT in Gaoxiong steht deshalb vor dem Bankrott, weil sie absolut ungünstig ist (nur ein Kreuz durch die langgezogene Stadt, auf die langen Strecken wegen der Leichtbauweise der Wagons im Vergleich zu Taibei auch viel zu langsam), und alle lieber mit Roller und Auto fahren.
    Ganz finde ich mich leider nicht in Deiner Auflistung, seit 1982 habe ich in unterschiedlichen Funktionen (?) 23 J. lang Taiwan unsicher gemacht, als Sprachstudent, als Promovierender, als Uni-Dozent.
    In Taibei war das Studentenleben lustig, völlig frei, unglaublich Party, einfach geil.
    Selbst am Zhongyangyuan, an meiner Diss arbeitend, war fast alles toll, die chin. Avant-Garde in Taibei (in Xindian, am Berg, Huayuan Xincheng) hatte ich gut kennen gelernt, da waren wir Ausländer voll integriert, unter vielfach gebildeten Menschen, die selbst Ausländer in EU oder sonst wo gewesen waren.
    Dann aber änderte sich alles ziemlich grundlegend: Als Dozent an einer staatlichen Uni, im Süden, mit eigenem Haus in der Pampa, plötzlich taten sich da Abgründe auf, die ich vorher 6 Jahre nie wahrgenommen hatte.
    Zuhause die Nachbarn (massive Umweltverschmutzung, Intrigen, richtige Feindseligkeit (weil ich mitreden will, zahle schließlich ja richtig Steuern, mehr als die meisten!, unsägliche Handwerker etc.).
    An der Uni unglaubliche Zustände, und ich meine wirklich unglaublich! Aber das wirst Du alles noch genauer erleben, wenn Deine Tochter zur Schule geht.
    Beim Sport verhält es sich ähnlich, eine vollwertig gleichberechtigte Stellung im Club werde ich nie erreichen.
    Fazit für mich: Integration ist hier für mich nicht möglich, trotz langem Studium und sehr guten Chinesisch-Kenntnissen traut man uns ein Verstehen der hiesigen Kultur einfach nicht zu, nur weil wir was bewegen woll(t)en.
    Das hindert mich aber nicht daran, ein glückliches und zufriedenes Leben hier zu führen, zwischen den Kulturen mit meiner Frau halt eher zurückgezogen. In DL wäre das nicht anders, und wenn wir später mal die heißen Monate im Westen, den schönen Winter in Südtaiwan verbringen, dann wird sich dies auch nicht ändern.
    Grüße aus dem Süden.

    • Hallo und Danke für dein „Coming Out“🙂 Ich bin regelrecht süchtig nach Geschichten anderer Langzeit-Ausländer in Taiwan. Du hast Recht, es gibt einige Deutsche in Taiwan, die sich nur schwer einordnen lassen, aber eine Gruppe „Andere“ wäre meines Erachtens ziemlich unfair. Da hast Besseres verdient! Ich denke ich werde die Gruppe „Unternehmer“ noch ein bißchen ausarbeiten, schließlich würde ich mich persönlich auch dazu zählen, obwohl ich nur eine Ich-AG bin.

      Das es in Xindian am Berg keine Probleme mit Integration gibt, verwundert mich nicht. Ich kenne selbst einige Ausländer, die dort leben und wenn wir nicht nach Taoyuan und weiter nach Taichung gezogen wären, dann würde ich jetzt vielleicht auch jeden Abend im hauseigenen Pool planschen (hab vorher in Xindian/Qizhang gewohnt).

      Hier in Taichung ist es solala. Ich hab ja geschrieben, dass ich die Dinge selbst noch als Luxusprobleme ansehe, etwas ärgerlich aber nicht dramatisch. Was die Schule für meine Tochter angeht … ich denke, das wird dann die absolute Härteprobe für Taiwan! Ich bin jetzt schon seit längerer Zeit mit anderen Deutschen, Franzosen, Engländern, Amerikanern in Kontakt und die allgemeine Stimmung ist, für mich überraschend, gar nicht so negativ. Es kommt natürlich sehr stark auf die Schule und Umgebung an, aber bislang scheint das bei den anderen recht gut zu funktionieren. Die Grundhaltung ist halt die, nicht den ganzen Quatsch mit Nachhilfeschulen und so mitzumachen und sich auch mal mit 70er Noten zufriedenzugeben. Ob und inwiefern das bei uns funktionieren wird, kann ich allerdings noch nicht sagen. Und… wenn das Ganze wirklich nicht funktionieren sollte, dann sind wir weg. Wäre zwar für mich eine gefühlte Katastrophe, aber auf jeden Fall eine, die es wert wäre.

      Im Fazit stimmen wir ja vollkommen miteinander überein, wobei du natürlich die reiferen Erfahrungen hast. Ich habe es mir längst abgewöhnt, mitreden zu wollen. Ich höre zwar zu, versuche aber ansonsten meine Klappe zu halten (nur das mit der Körpersprache verbergen bekomme ich nicht hin!). Deswegen schreibe ich ja hier auch wieder, denn hier weiß ich, dass man über alles vernünftig reden und diskustieren kann.

      Zum Schluss noch: Ich denke du hast genau die richtige Haltung, um so viele Jahre in Taiwan aushalten zu können. Ich kenne noch andere Ausländer (nicht nur Deutsche), die bereits mehr als 25 Jahre in Taiwan leben und alle eint dieses superdicke Fell, das sie entweder bereits hatten oder sich im Laufe der Zeit in Taiwan zugelegt haben (und das obwohl es hier so warm ist!). Meins ist zwar ist den letzten 10 Jahren auch schon etwas dicker geworden, ob es aber für nächsten Jahre reicht, wird sich noch zeigen müssen.

      Grüße in den Süden!

      • Yo, und noch etwas zu Deinem sichtlichen Süddrang!
        Da ich außerhalb Taibei kaum echte Integrationsmöglichkeiten sehe, ist es dann auch schon Wurst, wie unangenehm die Leute sein können. Jedenfalls ist das Wetter hier im Süden einfach besser. Seit Okt hatten wir keine 3 Regentage (unser Gemüse- u. Obstgarten säuft eine Menge, kann man sich aber gut leisten), bis Mai ist es richtig paradiesisch, achts hatten wir gelegentlich 12 °, tagsüber immer angenehme Sonne, jetzt schon bei 28°C. Ich habe auch keinen Pilz wie in Xindian am Berg mehr gekriegt, einfach viel trockener. Der Sommer allerdings ist knall hart heiß, es kühlt nicht mehr so wie in Taibei bei einem Guss richtig ab. Aber da machen wir dann eh gerne mal die Fliege und sitzen im bayerischen Biergarten!
        Dein blogg gefällt mir sehr gut, mach weiter so!

        • Hey, hier in Taichung ist es doch meist genau so! Obwohl im Sommer ein paar Grad weniger und meist leichter Wind und deswegen rühmt sich Taichung ja auch als Gegend mit dem besten Klima Taiwans.😉 Bin ab morgen übrigens für ein paar Tage ganz ganz ganz im Süden und übermorgen wahrscheinlich an dem Punkt, wo es südlicher in Taiwan nicht mehr geht ohne nass zu werden. Na, wo ist das?

          Danke für das Lob, mal gucken was mir so als nächstes einfällt!

  4. Da ich kein gutes (Hoch-)Deutsch kann ( ich kann nur „Boarisch“), bitte verzeihen Sie, dass ich in chinesicher Sprache mit Ihnen kommuniziere.

    您文中提到即便您居台多年,且也自認一定程度的integriert,但仍被視為是外國人。我個人是覺得還是跟您的外表有很大的關係。就像我在巴伐利亞自由國(schlechte Übersetzung von Freistaat Bayern)已經十多年了,還是很多人會一開口就跟我說英文。沒辦法呀,誰叫我就一張亞洲人的臉。所以我其實不太理會這種事情,畢竟這些人跟我們的生活都不會有深刻的交集,真的跟我的生活有深刻交集的人,不是這樣看我就好了。

    另外,會用獵奇的眼光打量您的人,我想可能得用他們的世代(Generation)、教育程度(Bildung)、社會階級(Soziale Milieu ; Sorry, wieder schlecht übersetzt von der deutschen Sprache – m. E. bedeutet das Wort Milieu muti-dimensionaler als das Wort Klasse, während das Wort Klasse hauptsächlich bloß auf das Ökonomische hinweist, bezieht sich das Wort Milieu auf umfangreiche Aspekte der Gesellschaft )這些因素去理解。一般來說,阿公阿媽們都比較不weltoffen些,且囿於他們的生活經驗要不就覺得外國人很稀少,要不就會覺得外國人是過客( sehr ähnlich wie unsere boarische Opa und Oma)。

    最後一點,您文中提到的台灣人把外國人分成外國人跟勞奴兩種。真的是很羞愧以及很遺憾台灣的現狀過去一直是且現在仍然是如此。我自己成長時,台灣還沒那麼多外籍配偶跟外勞,所以在學校老師沒有針對這個問題有表示什麼意見。我個人比較擔心的是,由於社會對特定國家的外籍配偶跟勞工充滿著偏見式的歧視,中小學的老師能否在課堂上給台灣的下一代正確的觀念,讓這些台灣的下一代知道,每個人在他們未對其他人產生傷害前,都應當得到善意的尊重。希望台灣的教育單位,能在課程中加入跟上述有關的課程,並培養相關的師資。

    • Keine Sorge, dass mit dem Chinesisch ist schon so in Ordnung, denn ich kann kein einziges Wort Bayrisch verstehen!😛 Vielen Dank für deine offenen Worte, ich weiß dass es gerade in Bayern schwierig ist, sich als Ausländer integriert zu fühlen. In Berlin oder Hamburg könnte das vielleicht einfacher sein, obwohl ich das selbst natürlich nicht wirklich beurteilen kann.

      Mit den Opas und Omas hast du Recht, man vergisst es mit den Jahren aber viel zu leicht und gerade immer dann, wenn ich es am wenigsten erwarte, werde ich halt nur auf meine Herkunft reduziert. Das ist manchmal schon frustrierend, aber auf der anderen Seite wäre es für mich ja auch überraschend, wenn eine Oma auf einmal ein iPhone mit dutzenden Apps bedienen, vielleicht sogar ein Selfie machen könnte, es liegt also wahrscheinlich wirklich eher am traditionellen Generation Gap, den es in fast jeder Gesellschaft gibt.

      Beim letzten Punkt würde ich diese Haltung nicht nur auf die Lehrer beziehen, sondern generell auf die ganze Gesellschaft. Ich wäre schon zufrieden wenn man mich beim Kennenlernen einfach nur fragen würde, aus welchem Land ich komme und nicht fragt, ob ich Amerikaner sei. Alles andere wird sich im weiteren Gespräch schon finden, denn witzigerweise haben Taiwaner und Ausländer viel mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Je mehr man voneinander erfährt, desto deutlicher wird das. Ich wünsche dir weiterhin eine (hoffentlich) gute Zeit in Bayern und viel Erfolg in der Zukunft!

      • Danke und ich wünsche Ihnen und Ihrer Familien auch alles Gute in Taiwan.

        Appropos, ich fühle mich eigentlich sehr wohl und intergriert in Bayern, freilich nur unter meiner Bekanntekreis. Man muss halt einige Bayer so annehmen wie sie sind. Wie Sie auch schon darauf andeuteten, dass Taiwaner viele Gemeisamkeiten mit anderen Menschen der Welt teilen, finde ich auch, dass Taiwaner ( zumindestens gilt für die Taiwaner, die auf dem Lande aufgewachsen und wohnen) viel gemeinsame Werte bzw. Lebenseinstellungen mit den Bayern teilen, traditionbewusst und deshalb auch konservativ, dazu noch bisschen paternalistisch gesinnt ( fast vergessen – die zwei Völker mögen die Berge). Wenn man gut damit umgehen kann, sehe ich kein Grund für Taiwaner, die in Bayern wohnen, sich gewisse soziale Akzeptanz bzw. Integration hier zu finden.

  5. Naja, Taiwaner sind freundlich zu Ausländern….sie sind eher anbiedernd und wichtigtuerisch. Und auch Essenaufzwinger. Meistens sind es dann auch sie, die einen mit stoischer Mine und ganz selbstverständlich bei Fußgängergrün vom Zebrastreifen scheuchen. Deren Freundlichkeit über den grünen Klee zu loben scheint eine Eigenschaft von Leuten zu sein, die sich und anderen ihre Weltoffenheit beweisen müssen. Warum sagt man nicht einfach, wie es ist?

    • Die Antwort ist ganz einfach: Weil vielen Leuten die Illusion von Freundlichkeit, selbst wenn sie schlecht gespielt ist, noch immer lieber ist als die direkt ins Gesicht gerotzte Abneigung, wie sie in Deutschland ja nicht unüblich ist. Kann ich gut verstehen. Dass die Oberflächlichkeit von vielen als solche gar nicht erkannt wird, mag ein Problem sein, aber ich sag mal so. Lieber in Taiwan zum Essen gezwungen als in Deutschland von Nazis verkloppt zu werden.

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