Erdbeben

Vor zwei Tagen wurde Taiwan von zwei Erdbeben der Stärken 6,7 und 6,4 sowie in den folgenden Stunden von zahlreichen Nachbeben erschüttert.

Ich war zu diesem Zeitpunkt gerade auf der Straße auf dem Weg nach Hause und habe nichts davon mitbekommen. Frl. Taiwanoca erzählte mir, dass die beiden Erdstöße bei uns zu Hause deutlich zu spüren gewesen seien, allerdings ohne größere Auswirkungen gehabt zu haben.

Nach ersten Berichten im Radio und im Fernsehen wurden auch aus dem Süden Taiwans, der wesentlich näher am Epizentrum der Erdbeben lag, keine wesentliche Schäden oder Verletzte gemeldet. Auch eine nach den Erdbeben ausgegebene Tsunamiwarnung für die Ostküste der Philippinen wurde nach einigen Stunden wieder aufgehoben.

Einen Tag danach, also gestern, wurden dann aber doch die Auswirkungen deutlich. Es gab zwei Todesopfer und 46 Verletzte, in Hengchun im Kreis Pingtung ganz im Süden Taiwans stürzten drei Häuser ein und es kam zu insgesamt 14 Feuern. Darüberhinaus gab es an zahlreichen Gebäuden kleinere Schäden wie kaputte Fensterscheiben oder Risse in der Fassade.

Nun, das ist eine Bilanz, die es angesichts anderer Ereignisse auf dieser Welt nicht einmal auf die Titelseite einer mittelgroßen Zeitung schafft und das ist auch gut so.

Mehr Aufmerksamkeit erregte da schon eher die Tatsache, dass bei den Erdbeben auch insgesamt sieben vor der Küste Taiwans entlanglaufende Unterseekabel beschädigt wurden, welches die Kommunikation über Telefon und Internet in ganz Asien gestern sehr einschränkte bis ganz unmöglich machte.

Auch davon habe ich allerdings nichts mitbekommen. Bei mir lief alles vor, kurz nach und auch sonst wie gewohnt, aber es gibt viele Andere, die seitdem massive Probleme mit dem Internet haben und in den Nachrichten wird es auch berichtet. Die Behebung der Schäden wird schätzungsweise zwei bis drei Wochen dauern.

Alles andere lief gestern übrigens ganz dem normalen Alltag nach ab. Diese Art von 6.x Erdbeben sind für Taiwan keine Seltenheit, es kommt nur halt immer drauf an, wo sich das Epizentrum genau befindet. Angesichts des großen Bebens vom 21.9.1999 herrscht verständlicherweise bei jedem neuen Erdstoß erstmal eine gewisse Nervosität vor, die aber Gott sei Dank bisher auch immer wieder schnell verflogen ist.

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Weihnachten – Fiesta Latina

Da haben wir also mal wieder Weihnachten, mittlerweile mein drittes in Taiwan in Folge. Ich hatte ja mal irgendwann glaube ich schon mal geschrieben, dass dieses Kitsch-Weihnachten hier in Taiwan ziemlich nervig sein kann. Im ersten Jahr war es noch erschreckend fasziniert und im zweiten Jahr hatte ich gehofft, dass es vielleicht besser als das erste werden würde, naja es wurde eher noch bunter, lauter und kitschiger.

Natürlich möchte man Weihnachten aber auch nicht alleine zu Hause verbringen und so entschieden sich Frl. Taiwanoca und ich die Einladung einer meiner Deutschstudenten (…wie sich das anhört! ;)) zum Essen anzunehmen. Das Gute dabei: Bei diesem Treffen kam es zu Begegnungen zwischen Ausländern verschiedener Nationen, die alle in Taiwan leben mit einem Schwerpunkt auf Lateinamerika.

So war die vorherrschende Sprache dann auch Spanisch, welches ich erstaunlicherweise noch immer teilweise passiv verstehen kann, aber natürlich wurde am Tisch auch Chinesisch und Englisch gesprochen. Nur mit Deutsch hatte ich an diesem Abend außer für Frl. Taiwanoca keine Verwendung, aber das ist in Taiwan ja keine Seltenheit.

Wir waren übrigens in einem italienischen Restaurant, in das wir glücklicherweise durch ein paar Beziehungen untergekommen sind, nachdem unsere ursprüngliche Reservierung bei TGI Friday´s geplatzt ist. Bei Pizza, Pasta und Paella (…ich weiß, ist spanisch, schmeckte aber trotzdem :)) haben wir dann einen angenehmen und entspannten Abend verbracht, so wie es an Heiligabend auch sein sollte anstatt mit dummen Weihnachtsmützen auf dem Kopf Party zu machen.

Und am Ende gab es dann elf zufriedene Weihnachtsfeiernde aus Taiwan, El Salvador, Honduras, Brasilien, der Dominikanischen Republik und auch Deutschland. Feliz Navidad!