Taifun Haitang

In den letzten drei Tagen stand Taiwan unter dem Einfluss des ersten Taifuns dieser Saison mit dem Namen Haitang. Es ist ja nicht der erste Taifun, den ich hier in Taiwan miterlebt habe, wohl aber der bislang heftigste, war er doch angeblich der stärkste seit fünf Jahren und kurzfristig sogar zum Supertaifun deklariert wurden. Was das genau bedeutet, weiß ich nicht so genau, ich will es aber auch nicht wirklich herausfinden.

Auf wettergefahren-fruehwarnung.de kann man sich die Analyse des Taifuns mitsamt gut erklärenden Grafiken mal anschauen (auch für weitere sog. Wettergefahren sehr zu empfehlen).

Ja stimmt, irgendwie finde ich das Thema sehr interessant.🙂 Was ist aber nun genau passiert? Also, nachdem über Fernsehen und Radio bekannt gemacht wurde, dass da wohl doch etwas Größeres auf Taiwan zukommt haben Frl. Taiwanoca und ich erstmal noch weitere Nahrungsmittel, Wasser und Batterien gekauft. Der Samstag war eigentlich noch ganz schön, bis auf bereits ziemlich lebhaften Wind. Am Sonntagmorgen gab es dann vereinzelt schon sehr starke Regenschauer mit immer heftigerer wehendem Wind, welches sich dann im Laufe des Sonntag Nachmittags und Abends in dieses Taifun Wetter wandelte. Taifun Wetter heißt in diesem Fall: Heftigste Niederschläge mit heftigstem Wind, der in Böen sogar noch heftiger als heftig ist. Zu diesem Zeitpunkt würde ich nie und nimmer das Haus verlassen!

Da wir ja bekanntlich im 6. Stock leben und unser Zimmer zu zwei Seiten direkt dem Wind ausgesetzt ist, hat es hier oben bei jeder Böe jedes Mal ein ganz schönes Spektakel gegeben, es war so laut, dass wir bis 5 Uhr morgens nicht schlafen konnten! Außerdem schien der Wind dieses Mal so stark gewesen zu sein, dass er das Regenwasser von außen durch die Hauswand drückte und wir einige Bereiche mit Handtüchern abdichten mussten. Der Höhepunkt für mich war dann morgens um 5.54 Uhr, als ich dachte, dass mir mein geliebtes Fenster gleich um die Ohren fliegen würde. Bei dieser wirklich wahnsinnig starken Windböe hat sogar das Haus etwas gewackelt (…was eigentlich nur dem z.B. eben gerade passiertem Erdbeben vorbehalten bleibt).

Am Montag hatten weder Schulen geöffnet, noch die meisten Büros, wir hatten alle sozusagen Taifunfrei.🙂 Im Laufe des Vormittags wurde es aber dann merklich ruhiger und am Nachmittag hörte dann der Regen und der Wind ganz auf und sogar die Sonne schien etwas. Das Auge des Taifuns! Ich hatte das bisher noch nicht miterlebt, aber es stimmt wirklich: So als wäre vorher nichts geschehen, war auf einmal wieder das schönste Wetter, was Frl. Taiwanoca und ich auch dazu nutzten im nächstgelegenen Supermarkt etwas einzukaufen und über den Uni-Campus zu gehen. Glücklicherweise haben sich hier keine größeren Schäden ereignet, nur sehr viel Kleinholz lag überall herum. Der Rest des Taifuns hat dann den Norden Taiwans nicht mehr wirklich großartig beeinflusst, dafür leider eher die Mitte und den Süden, wo in der Folge die mit Abstand größten Niederschläge fielen.

Am Dienstag allerdings ging für die Meisten (auch für mich) der normale Alltag wieder weiter und noch einen weiteren Tag später hat man von den Spuren eines Taifuns nichts mehr gesehen. An alle, die jetzt immer noch manchen Fernsehbildern Glauben schenken und denken, ein Taifun würde die halbe Insel wegpusten, kann ich versichern, dass dem mit Sicherheit nicht so ist. Es gibt jedes Jahr vier bis sechs Taifune, die über oder knapp an der Insel vorbeiziehen, genauso wie im Winter bei uns Schnee fällt und manchmal mit dem Auto kaum ein Vorwärtskommen möglich ist, verhält es sich auch hier. Man muss halt damit leben und das Beste draus machen. Zum Vergleich: Ich sehe hier in Taiwan selten Häuser mit Dachziegeln, ich möchte nicht wissen, wie viele Dächer zu Hause durch einen Taifun abgedeckt würden, auf jeden Fall wären die Schäden aber größer als hier in Taiwan, und dabei zählt die Insel zu den am dicht bebautesten Gebieten der Welt.

Okay, soviel also zum ersten Taifunbericht dieses Jahres, es werden, wie schon gesagt, sehr wahrscheinlich noch mehrere folgen. Im Moment sieht es aber wieder sehr gut aus, sonnig bei 35 Grad und von Taifun nichts weiter zu sehen.

PS: Wegen akuten Zeitmangels und der Tatsache, dass ich diesen Bericht insgesamt drei Mal schreiben musste (manchmal klicke ich halt zu schnell😉 ) hat sich alles etwas verzögert.

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